Stippvisite in Israel

Pompeo: Fortschritte bei Trumps Nahost-Plan notwendig

US-Außenminister Mike Pompeo (l.) und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu während einer gemeinsamen Pressekonferenz. Foto: Kobi Gideon/GPO/dpa
+
US-Außenminister Mike Pompeo (l.) und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu während einer gemeinsamen Pressekonferenz. Foto: Kobi Gideon/GPO/dpa

Mike Pompeos Israel-Besuch ist seine erste Auslandsreise in der Corona-Krise seit März. Der US-Außenminister trifft die neue Doppelspitze Netanjahu-Gantz.

Tel Aviv (dpa) - US-Außenminister Mike Pompeo hat zum Auftakt seines Israel-Besuchs den Willen zur Umsetzung des Nahost-Plans von Präsident Donald Trump bekräftigt.

Zu Beginn eines Treffens mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu in Jerusalem sagte Pompeo am Mittwoch, man wolle über "die Friedensvision" Trumps sprechen. Der US-Präsident habe den Plan im Januar veröffentlicht, "es muss noch Arbeit verrichtet werden, und wir müssen in der Frage Fortschritte machen".

Netanjahu dankte Pompeo für den Besuch während der Corona-Krise. Er sei ein "Beweis für die Stärke unseres Bündnisses". Netanjahu warf dem Iran vor, aggressive Bestrebungen in der Region auch während der Pandemie fortzusetzen. Er dankte den USA für deren harte Haltung gegen "die iranischen Terror-Meister".

Pompeo sagte, man wolle auch über den gemeinsamen Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus sprechen sowie die Rolle israelischer Technologie. Israel sei ein "großartiger Partner" und teile Informationen, "nicht wie ein anderes Land, das sie versteckt", sagte er mit Blick auf China.

Das israelische Fernsehen berichtete am Mittwoch, Pompeo wolle Israel dazu bewegen, die Wirtschaftsbeziehungen zu China stark einzuschränken.

Pompeo traf anschließend in der US-Botschaft in Jerusalem auch Netanjahus neuen Koalitionspartner Benny Gantz vom Mitte-Bündnis Blau-Weiß, der Vize-Regierungschef und Verteidigungsminister werden soll. Auch ein Gespräch mit dem künftigen Außenminister Gabi Aschkenasi von Blau-Weiß war vorgesehen.

Pompeo bekräftigte vor dem Besuch, Annexionspläne im besetzten Westjordanland seien "letztlich eine israelische Entscheidung". Die Palästinenserführung hat dies scharf verurteilt.

Israels neue Regierung, die eine Rotation von Netanjahu und Gantz im Amt des Ministerpräsidenten vorsieht, soll am Donnerstag vereidigt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Hongkonger Aktivist Joshua Wong vorübergehend festgenommen

Einer Verhaftungswelle in Hongkong fielen zuletzt zahlreiche Aktivisten zum Opfer. Joshua Wong rechnete daher schon länger mit einer Festnahme. Aus dem Bundestag kommt …
Hongkonger Aktivist Joshua Wong vorübergehend festgenommen

Trump will friedliche Machtübergabe nicht garantieren

Weil viele US-Bürger wegen der Corona-Pandemie per Briefwahl abstimmen, könnten die Ergebnisse der Präsidentenwahl in den USA erst nach der Wahlnacht am 3. November …
Trump will friedliche Machtübergabe nicht garantieren

Bis 50.000 Euro für Missbrauchsopfer katholischer Priester

Jetzt ist die Zahl raus: Missbrauchsopfer von katholischen Priestern sollen künftig Ausgleichszahlungen bis zu 50.000 Euro von der Kirche bekommen. Die Opfer hatten …
Bis 50.000 Euro für Missbrauchsopfer katholischer Priester

Merkel-Widersacher Merz: Er fällt hartes Urteil zu Moria-Flüchtlingen: „Dauerhaft keine Perspektive“

Die Entscheidung, mehr als 1500 Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen, stößt auf Kritik. CDU-Mann Friedrich Merz äußert sich knallhart zu Moria.
Merkel-Widersacher Merz: Er fällt hartes Urteil zu Moria-Flüchtlingen: „Dauerhaft keine Perspektive“

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.