Atomstreit USA-Iran

Pompeo: Zu Gesprächen mit Iran ohne Vorbedingungen bereit

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US-Außenminister Mike Pompeo am Freitag nach einem Treffen mit Außenminister Heiko Maas. Foto: Gregor Fischer

Teheran und Washington haben seit langem keine netten Worte füreinander. Aber sie gehen auch jeder Möglichkeit aus dem Weg, klärende Worte direkt miteinander zu wechseln. Jedes Angebot dafür wird gleich im Keim erstickt.

Update vom 14. Juni 2019: Zwei Tanker wurden vor Oman angegriffen, womit neue internationale Spannungen entstehen. Für die Angriffe im Golf von Oman sei der Iran verantwortlich, erklärten die USA und legten ein Video als Beweis vor.

Bellinzona/Teheran (dpa) - Die USA sind nach Angaben von Außenminister Mike Pompeo zu Gesprächen mit dem Iran "ohne Vorbedingungen" bereit. Das sagte Pompeo am Sonntag bei einer Pressekonferenz in der Schweiz.

"Wir sind bereit, uns mit ihnen zusammenzusetzen." Es bleibe aber der amerikanische Anspruch, die "bösartigen Aktivitäten" im Iran "vollständig umzukehren".

Der Iran lehnte das Angebot Pompeos umgehend ab. "Für den Iran spielen solche Wortspiele keine wichtige Rolle ... wichtig sei vielmehr eine praktische Änderung des Verhaltens der USA gegenüber Iran", sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Sonntag. Die Wortwahl Pompeos zeige jedoch, dass die USA ihr falsches Verhalten gegenüber dem Iran weiterführen wollen. "Dieses Verhalten muss jedoch im Vorfeld korrigiert werden", so der Sprecher nach Angaben der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Isna. Teheran sei nur dann zu Gesprächen bereit, wenn die USA dem Land gegenüber Respekt zeigen, zum Wiener Atomdeal zurückkehren und die Sanktionen aufheben.

Derweil veranstalteten ein US-Flugzeugträger und ein B52- Langstreckenbomber der US-Luftwaffe unweit der Küste des Irans eine gemeinsame Übung. Das Training habe das Ziel verfolgt, "operative Taktiken" in Kriegsgebieten zu verbessern, teilte das Kommando der 5. Flotte der US-Marine in Bahrain am Sonntag mit. An der Übung waren auch Jets und Hubschrauber des Flugzeugträgers "Abraham Lincoln" beteiligt.

Die USA setzen die Islamische Republik seit mehr als einem Jahr massiv unter wirtschaftlichen Druck, zwischenzeitlich wurde offen die Gefahr eines Krieges diskutiert. Die USA waren vor einem Jahr aus dem mühsam ausgehandelten Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und hatten harte Sanktionen gegen das Land verhängt. Im Mai hat auch der Iran seinen Teilausstieg angekündigt. Die Islamische Republik fordert vor allem, dass Sanktionen im Öl- und Bankensektor aufgehoben werden.

Die Atomenergiebehörde schrieb in ihrem aktuellsten Bericht, der am Freitag der Deutschen Presse-Agentur vorlag, dass Teheran bisher weder die Grenzwerte für die Uran-Anreicherung noch jene für die gelagerten Mengen von leicht angereichertem Uran und Schwerwasser überschritten habe.

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