"Er hat es nicht getan"

Putin: Kein Beweis für Einsatz chemischer Waffen durch Assad

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"Wir sind überzeugt, dass er es nicht getan hat": Wladimir Putin. Foto: Yuri Kadobnov

Wer steckt hinter dem mutmaßlichen Giftgasangriff von Chan Scheichun, bei dem mehr als 80 Menschen ums Leben kamen? Die USA und andere westliche Regierungen machen die syrische Luftwaffe dafür verantwortlich. Der Kreml-Chef ist ganz anderer Meinung.

Paris (dpa) - Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Vorwurf eines Chemiewaffeneinsatzes durch syrische Regierungstruppen als haltlos dargestellt.

"Nach unseren Informationen gibt es keinen Beweis für den Einsatz chemischer Waffen durch (den syrischen Präsidenten Baschar al-)Assad", sagte Putin der französischen Zeitung "Le Figaro". "Wir sind überzeugt, dass er es nicht getan hat." Das am Abend veröffentlichte Interview war einen Tag zuvor nach dem Treffen Putins mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron geführt worden.

Anfang April waren im Bürgerkriegsland Syrien bei einem mutmaßlichen Angriff mit Giftgas in der Stadt Chan Scheichun mehr als 80 Menschen gestorben. Die USA und andere westliche Regierungen machten dafür die syrische Luftwaffe verantwortlich - Frankreich hatte Ende April einen entsprechenden Geheimdienstbericht vorgelegt. Syrien wies die Schuld von sich.

Frankreichs neuer Staatschef Macron hatte bei seinem ersten Treffen mit Putin im Schloss von Versailles für den Fall eines Einsatzes von Chemiewaffen Vergeltung angedroht. Dies sei eine "rote Linie". Putin sagte, mit diesem Begriff sei er einverstanden: Es brauche eine gemeinsame Politik der internationalen Gemeinschaft "gegen jede Macht, die Chemiewaffen genutzt hat".

Russland unterstützt Assad im Syrienkonflikt militärisch, Frankreich und der Westen fordern eine politische Zukunft des Landes ohne Assad.

Interviewauszug Putin zur "roten Linie" bei "Le Figaro", Frz.

Text des Putin-Interviews, Frz.

Französischer Geheimdienstbericht, Frz.

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