Jetzt packt sie aus

Rebellische Staatsanwältin Ortega flieht vor Maduro aus Venezuela

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Luisa Ortega, ehemalige Generalstaatsanwältin von Venezuela fühlte sich in ihrem Heimatland offensichtlich nicht mehr sicher und floh nach Kolumbien.

Früher lag sie voll auf Regierungslinie, dann bot sie dem Präsidenten die Stirn. Luisa Ortega verlor ihren Job. Jetzt sucht die Juristin Schutz im Nachbarland Kolumbien und packt aus.

Bogotá/Caracas - Die nach einem wochenlangen Machtkampf mit Venezuelas Präsident Nicolás Maduro abgesetzte Generalstaatsanwältin Luisa Ortega ist nach Kolumbien geflohen. In Caracas hat indessen das von der Opposition dominierte Parlament seine Entmachtung durch die übergeordnete Verfassungsgebende Versammlung strikt zurückgewiesen.

Ortega: „Maduro macht Venezuela zu einer Diktatur“

Ortega landete am Freitag gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Abgeordneten Germán Ferrer, in Bogotá. Sie war zunächst per Boot zur Karibikinsel Aruba gelangt und von dort in einem Privatflugzeug nach Kolumbien geflogen. Ortega wirft Maduro vor, Venezuela zu einer Diktatur umzubauen. Auf Betreiben des Staatschefs war sie abgesetzt worden, Geheimdienstagenten durchsuchten ihre Wohnung.

Lange Zeit gehörte Ortega selbst zur Nomenklatur im sozialistischen Venezuela und trug die Regierungspolitik mit. Sie brach erst mit Maduro, als der Oberste Gerichtshof im März dem Parlament vorübergehend wichtige Kompetenzen entzog. Als der Präsident eine Verfassungsgebende Versammlung bilden und die Abgeordneten endgültig entmachten ließ, überwarf sie sich vollends mit der Regierung.

Sondersitzung des Parlaments international begleitet

Das Parlament widersetzte sich in einer Sondersitzung am Samstag der Entmachtung. „Dieses Parlament bestätigt seine Kompetenz als legislatives Organ“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Nationalversammlung, Freddy Guevara. In Caracas akkreditierte Diplomaten aus 19 Staaten, unter ihnen auch aus Deutschland und Österreich, wohnten der Sondersitzung des Parlaments bei, berichtete die Zeitung El Nacional.

Ortega wirft Maduro vor, das Erbe des gestorbenen Präsidenten Hugo Chávez zu beschmutzen, der in Venezuela und über die Landesgrenzen hinaus noch immer von vielen Menschen verehrt wird. Maduro hingegen sieht in der rebellischen Staatsanwältin eine Verräterin. Die Verfassungsversammlung erklärte sie zur „Staatsfeindin Nummer eins“, fror ihre Konten ein und verbot ihr, das Land zu verlassen.

Darüber hat sich Ortega nun hinweggesetzt, offenbar fühlte sie sich in Venezuela nicht mehr sicher. Sie könnte Maduro auch aus der Ferne noch gefährlich werden. In einer Grußbotschaft an eine Konferenz von Staatsanwälten in Mexiko warf sie dem Präsidenten vor, Schmiergeld des brasilianischen Konzerns Odebrecht angenommen zu haben.

dpa

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