Krisenland in Westafrika

Regierung von Mali überraschend zurückgetreten

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Abdopulaye Idrissa Maiga ist mit seinem gesamten Kabinett geschlossen zurückgetreten.

Auch nach fünf Jahren steht Mali im Fokus von islamistischen Grupierungen. Stabilität konnten bisher weder die 11.000 Blauhelme noch die Regierung bringen. Die ist nun zurückgetreten. 

Bamako - Die Regierung im westafrikanischen Mali ist überraschend und ohne Angabe von Gründen zurückgetreten. Präsident Ibrahim Boubacar Keita teilte am Freitag mit, er habe den Rücktritt von Premierminister Abdopulaye Idrissa Maiga und seines Kabinetts angenommen. Der Präsident dankte Maiga in seiner Mitteilung für „seine Loyalität und sein großes Pflichtbewusstsein“. Er werde bald einen Nachfolger sowie eine neue Regierung ernennen, sagte er weiter.

Einige Beobachter sehen den plötzlichen Rücktritt als Vorbereitung auf die von Keita geplante Bildung einer nationalen Einheitsregierung.

Das Land ist instabil, seit der Norden 2012 nach einem Militärputsch vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen geraten war. Dort beteiligt sich die Bundeswehr mit rund 1000 Soldaten an einem UN-Friedenseinsatz zur Stabilisierung. Vor allem in den nördlichen Sahara-Gebieten sind Rebellen und mit Al-Kaida in Verbindung stehende islamistische Terroristen aktiv. Seit 2016 kommt es auch vermehrt zu Zwischenfällen im Zentrum des Landes.

dpa

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