Kein Verdienst der Regierung

Renten von 2010 bis 2018 stärker gestiegen als Preise

Ein Rentner macht sich auf einem Block diverse Notizen seiner Geldausgaben. Foto: Andreas Gebert/dpa
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Ein Rentner macht sich auf einem Block diverse Notizen seiner Geldausgaben. Foto: Andreas Gebert/dpa

Berlin (dpa) - Die Renten in Deutschland sind zwischen den Jahren 2010 und 2018 durchschnittlich stärker gestiegen als die Preise im Land. Das berichtet des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag) unter Berufung auf Daten des Bundesarbeitsministeriums und der Rentenversicherung.

Diese wurde von der Linken-Politikerin Sabine Zimmermann ausgewertet. Der durchschnittliche Zahlbetrag der gesetzlichen Altersrenten stieg in dieser Zeitspanne demnach um 22,4 Prozent - von 740 Euro im Monat (2010) auf 906 Euro im Monat (2018). Das Preisniveau kletterte laut Arbeitsministerium gleichzeitig um 11,4 Prozent.

Im ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts verlief die Entwicklung den Angaben zufolge entgegengesetzt. Zwischen 2000 und 2010 stieg der Zahlbetrag der Altersrenten um sechs Prozent, die Preise hingegen um 16,6 Prozent. Betrachtet man den kompletten Zeitraum 2000 bis 2018 liegen beide Werte ungefähr gleichauf: der Anstieg des durchschnittlichen Zahlbetrags bei 30 Prozent, der des Preisniveaus bei 29,9 Prozent.

«Es besteht definitiv kein Anlass für die Bundesregierung, sich auf den stärkeren Rentenerhöhungen der letzten Jahre auszuruhen. Diese waren kein politischer Verdienst, sondern allein der starken Konjunktur geschuldet», sagte die Sozialexpertin Zimmermann dem RND. Die gesetzliche Rente müsse gestärkt werden, unter anderem durch Erhöhung des Rentenniveaus auf 53 Prozent, forderte sie. Kürzungsfaktoren sollten zudem gestrichen, die Rente erst ab 67 abgeschafft werden.

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