Ist die Rhön bald Nationalpark?

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In Bayern jedenfalls werden solche Überlegungen öffentlich diskutiert und forciert. Wie verhalten sich hessische und thüringische Entscheidungsträger?

Region. Die Rhön als Nationalpark? In Bayern jedenfalls wird diese Vorstellung derzeit heftig diskutiert, nachdem Ministerpräsident Horst Seehofer entsprechende Gedankenspiele unlängst auf einer Klausurtagung der CSU öffentlich gemacht und diesbezüglich die Initiative ergriffen hatte. Das wäre dann – nach dem "Bayerischen Wald" und dem "Alpen-Nationalpark Berchtesgaden" – der dritte Nationalpark im Freistaat.

Naturschutzverbände und Umweltstiftungen sehen darin ein herausragendes Signal für ambitionierten Naturschutz und die Umsetzung der Biodiversitätsziele,  warnen allerdings auch gleichzeitig davor, dass es in diesem Zusammenhang nicht sinnvoll sei, verschiedene Gebietsvorschläge gegeneinander auszuspielen und das Feld  – schon jetzt in der Anfangsdiskussionsphase – einzelnen Lokalpolitikern zu überlassen.

Aus fachlicher Sicht sind nur noch wenige Gebiete in Bayern für die Ausweisung neuer Nationalparks geeignet, so sollten sie mindestens 10.000 Hektar umfassen, ausschließlich in Staatsbesitz sein, keine großflächigen pflegebedürftigen Wiesen und Heiden umfassen, nicht von größeren Verkehrsachsen zerschnitten werden und möglichst naturnahe Wälder beinhalten. Daher kommen aus fachlicher Sicht für weitere zusätzliche Nationalparks zurzeit "nur" der Spessart, der Steigerwald, das Ammergebirge und eben möglicherweise auch Teile der Rhön in Frage.Region überrascht

Der Dialog vor Ort fand bislang jedoch noch nicht einmal mit den Landräten statt: Bad Kissingens Landrat Thomas Bold erfuhr von den Plänen der Staatsregierung aus den Medien. " sagte er, es habe noch keine Kontaktaufnahme diesbezüglich stattgefunden. "Sollte die Rhön ausgewählt werden, müssen wir sehen, wie die Rahmenbedingungen sind. Sicherlich haben Nationalparks touristisch eine hohe Bedeutung. Aber man muss auch sehen, welche Auswirkungen das auf die Region hat." Bold hält einen intensiven Dialogprozess für zwingend erforderlich. Ein solcher war auch der Erweiterung des "Biosphärenreservats Rhön" im Jahr 2014 vorausgegangen. Kommunen und Verbände seien hier intensiv beteiligt gewesen.

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HintergrundUnterscheidung zu bisherigen Nationalparks

Dass ein dritter Nationalpark kommen soll, hatte das bayerische Kabinett in der vergangenen Woche bei einer Klausur am Tegernsee beschlossen. Seither wird heftig darüber spekuliert. Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf hat nun den Auftrag einen geeigneten Standort vorzuschlagen.

So viele Regionen kommen für einen dritten Nationalpark gar nicht in Frage. Der soll sich nämlich mit seinem Ökosystem deutlich von den bereits bestehenden unterscheiden. Damit dürften das Karwendel- oder das Ammergebirge ausscheiden.

Umweltschutzorganisationen wie der "Bund Naturschutz" oder "Greenpeace" bringen darum den Spessart oder die Rhön ins Spiel. Dort gibt es Eichen oder Buchenwälder, die zu den größten und schönsten in Mitteleuropa gehören. Der Spessart gilt als größtes zusammenhängendes Mischlaubwaldgebiet Deutschlands. Die Rhön ist bereits seit 1991 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt.

CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer hatte die Grundsatzentscheidung für einen dritten Nationalpark bekannt gegeben. Als Eckpunkte nannte er: der Nationalpark soll vor allem Staatswald umfassen, und wenn möglich grenzüberschreitend kämen eigentlich nur der Spessart oder die Rhön in Frage. Hier gibt es bereits einen Naturpark (Spessart) und ein Biosphärenreservat (Rhön). Der Naturpark Spessart erstreckt sich von Bayern bis nach Hessen, das "Biosphärenreservat Rhön" von Bayern nach Hessen und Thüringen.

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