Die Rhön als Nationalpark? Diskussionen kommen in Gang!

Buchenwald, Wald
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Buchenwald, Wald

Nach Meinungen von Experten könnte ein Nationalpark Rhön die Region stärken. Möglicherweise könnten bis zu 100 neue Arbeitsplätze entstehen.

Region. Die Rhön als Nationalpark? In Bayern jedenfalls wird diese Vorstellung derzeit heftig diskutiert, nachdem Ministerpräsident Horst Seehofer entsprechende Gedankenspiele unlängst auf einer Klausurtagung der CSU öffentlich gemacht und diesbezüglich die Initiative ergriffen hatte.

Für einen Nationalpark wird eine Mindestfläche nach bundesdeutschen Vorgaben von 10.000 Hektar benötigt. Dabei kann es sich aber durchaus auch um ein zweigeteiltes Gebiet handeln, um beispielsweise Straßenverbindungen oder besiedelte Bereiche auszuklammern. Als "Muster" für einen solchen zweigeteilten Nationalpark kann der Nationalpark Nordschwarzwald in Baden-Württemberg dienen.

Ein zentrales Ziel des Bundes ist es,  zwei Prozent der Fläche Deutschland als "Wildnis" aus der Bewirtschaftung zu nehmen. Dabei sollen möglichst auch großflächige Wildnisgebiete realisiert werden. Die Ausweisung eines "Buchenwald-Nationalparks" käme dieser Zielsetzung entgegen. "Grundsätzlich spricht nichts dagegen, einen Nationalpark in ein (größeres) Biosphärenreservat zu integrieren. Nach den Statuten für Biosphärenreservate sollen deren Kernzonen als Nationalpark oder als Naturschutzgebiet rechtlich geschützt sein. Die Kombination von Nationalpark und Biosphärenreservat gibt es bereits in Berchtesgaden und im Wattenmeer. Ein Nationalpark Rhön würde meines Erachtens auch das Biosphärenreservat stärken", sagt Martin Kremer, Geschäftsführer des"Vereins Natur- und Lebensraum Rhön". Kremer weiter: "Nach unserem Kenntnisstand wurde von Bayern noch nicht in Hessen hinsichtlich einer Beteiligung an einem Nationalpark nachgefragt. Innerhalb der Kulisse des Biosphärenreservats Rhön sehen wir entlang der gemeinsamen bayerisch-hessischen Landesgrenze kaum Möglichkeiten für einen länderübergreifenden Nationalpark, da entsprechend große Waldgebiete in diesem Bereich fehlen und der Truppenübungsplatz Wildflecken nicht zur Disposition steht."

Nationalparks dienen vorrangig dem Naturschutz, sind aber auch für den Tourismus, die Forschung und die Bildungsarbeit von großer Bedeutung. Gerade am Beispiel des "Nationalparks Kellerwald" werden die positiven touristischen Effekte deutlich.

"Ein Nationalpark Rhön hätte vermutlich unmittelbar 70 bis 100 Arbeitsplätze zur Folge. Und für die Rotbuche hat Deutschland eine hohe internationale Verantwortung, da sich hier das Verbreitungszentrum der Art befindet. Daher ist ein weiterer Buchen-Nationalpark neben Kellerwald-Edersee und Hainich aus naturschutzfachlicher Sicht generell begrüßenswert", so Kremer abschließend.

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