2000 neue Stellen gefordert

Richterbund warnt vor dramatischem Personalmangel

+
Bis 2030 verliert die deutsche Justiz nach Angaben des Deutschen Richterbunds mehr als 10 000 Richter und Staatsanwälte. Foto: Uli Deck

Berlin (dpa) - Der Deutsche Richterbund hat erneut vor einem dramatischen Personalmangel in der Justiz gewarnt und die Einstellung von 2000 zusätzlichen Richtern und Staatsanwälten gefordert.

"Wenn die Politik hier nicht aktiv wird, droht der Rechtsstaat zu erodieren", sagte Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn der "Saarbrücker Zeitung". Wegen einer bevorstehenden Pensionierungswelle werde sich die angespannte Personalsituation in den kommenden 10 bis 15 Jahren noch deutlich verschärfen.

Bis 2030 würden deutschlandweit rund 40 Prozent der Juristen aus dem Dienst ausscheiden. Die Justiz verliere damit mehr als 10 000 Richter und Staatsanwälte. Zugleich sei die Zahl der Nachwuchsjuristen "seit Jahren rückläufig", warnte Rebehn. Eine vorbeugende Personalpolitik müsse deshalb sofort beginnen. Rebehn forderte einen Bund-Länder-Pakt für den Rechtsstaat, um die Personallücken in der Justiz rasch zu schließen. Besonders alarmierend sei, dass die Gerichte immer wieder Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen müssten, weil ihre Strafverfahren unvertretbar lange dauerten.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Schlammschlacht gegen Trumps Richterkandidaten geht weiter

Die Schlammschlacht um Vorwürfe gegen den Kandidaten für den Supreme Court der USA geht in eine neue Runde. Die Anwälte einer Frau, die Vorwürfe gegen ihn erhob, haben …
Schlammschlacht gegen Trumps Richterkandidaten geht weiter

Papst besucht Baltikum - auch Gedenken an Holocaustopfer

Rom/Vilnius (dpa) - Papst Franziskus bricht heute zu seiner ersten Reise in die baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland auf. Anlass des vier Tage langen Besuchs …
Papst besucht Baltikum - auch Gedenken an Holocaustopfer

Hambacher Forst: RWE will Barrikaden entfernen - Konflikt eskaliert neu

Im Hambacher Forst ist ein Journalist bei einem Sturz ums Leben gekommen. Trotzdem wird die Räumung laut RWE-Chef fortgesetzt werden. Der News-Ticker.
Hambacher Forst: RWE will Barrikaden entfernen - Konflikt eskaliert neu

Koalitionsspitzen wollen Maaßen-Deal neu verhandeln

Die Causa Maaßen wird nochmals aufgerollt. Die Kanzlerin will eine Lösung noch am Wochenende - wohl auch, damit SPD-Chefin Nahles nicht noch mehr von ihren eigenen …
Koalitionsspitzen wollen Maaßen-Deal neu verhandeln

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.