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Rund 60 Tote bei Selbstmordanschlag in Pakistan

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Bombenanschlag
Sicherheitsbeamte und Rettungskräfte suchen nach dem Anschlag nach Opfern. © Zubair Khan/AP/dpa

Bei einem Selbstmordanschlag im Nordwesten Pakistans reißt ein Attentäter Dutzende Menschen in den Tod. Eskaliert der Konflikt zwischen Islamabad und Extremisten wieder?

Islamabad - Bei einem Selbstmordanschlag in einer Moschee im Nordwesten Pakistans sind mindestens 59 Menschen in den Tod gerissen worden. Rund 150 Gläubige seien bei der Attacke in der Stadt Peschawar verletzt worden, sagten Krankenhausvertreter der Deutschen Presse-Agentur. Der Angriff ereignete sich demnach in einer Hochsicherheitszone, in der sich auch viele Polizeigebäude befinden.

Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu dem Anschlag. Ende vergangenen Jahres hatten jedoch die pakistanischen Taliban - die unabhängig von der islamistischen Taliban-Regierung im benachbarten Afghanistan sind - eine Waffenruhe mit der Regierung in Islamabad aufgekündigt. Seither haben sie mehrere Anschläge für sich reklamiert.

Ein Polizist, der den Angriff während des Mittagsgebets überlebte, sagte dem pakistanischen TV-Sender Geo News: „Es war eine starke Explosion. Überall war Rauch zu sehen“. Retter hätten versucht, die unter den Trümmern eingeschlossenen Menschen zu befreien. Zum Zeitpunkt des Anschlags sollen sich dort rund 300 Gläubige aufgehalten haben.

„Alle haben hier Angst“

Einen Offizier in der Stadt erinnerte der Anschlag an Konflikte vergangener Zeiten. „Gott bewahre, ich fürchte, diese schrecklichen Tage sind zurück“, sagte Amjad Khan. „Alle haben hier Angst.“

Krankenhäuser riefen nach dem Anschlag zu Blutspenden auf. Ein Großteil der Opfer seien Polizisten gewesen, hieß es aus den Kliniken. Es war einer der verheerendsten Anschläge gegen Pakistans Sicherheitskräfte in den vergangenen Jahren. In Pakistan ist die große Mehrheit der Bevölkerung von mehr als 230 Millionen Einwohnern muslimischen Glaubens. In der Großstadt Peschawar leben etwa zwei Millionen Menschen.

Premierminister Shehbaz Sharif verurteilte den Anschlag bei einem Besuch eines örtlichen Krankenhauses. „Terroristen wollen Angst erzeugen, indem sie diejenigen ins Visier nehmen, die die Pflicht haben, Pakistan zu verteidigen“, sagte er. Innenminister Rana Sanaullah kündigte eine Untersuchung an. Auch der deutsche Botschafter in Pakistan, Alfred Grannas, verurteilte die Attacke. US-Außenminister Antony Blinken drückte den Hinterbliebenen sein Beileid aus. „Terrorismus, egal aus welchem Grund und an welchem Ort, ist nicht zu rechtfertigen“, schrieb Blinken auf Twitter.

Auch die Vereinten Nationen verurteilen den Anschlag „aufs Schärfste“. „Es ist besonders abscheulich, dass ein solcher Angriff in einem Gotteshaus stattfand“, ließ UN-Generalsekretär António Guterres mitteilen. Religionsfreiheit, Glaubensfreiheit und die Möglichkeit, in Frieden Gottesdienst zu feiern, seien ein grundlegendes Menschenrecht.

Peschwar bereits in der Vergangenheit Ziel tödlicher Angriffe

Peschawar in der Grenzprovinz Khyber Pakhtunkhwa war lange Zeit eine Unruheregion in Pakistan - nach einer Militäroffensive gegen islamistische Terrorgruppen im Jahr 2014 ist es ruhiger geworden. In den vergangenen Jahren gab es jedoch dort wieder vermehrt Anschläge. Erst im März 2022 sprengte sich ein Attentäter der Terrormiliz IS in Peschawar in die Luft und tötete mehr als 60 Menschen.

Die angespannte Sicherheitslage in Pakistan war in den vergangenen Monaten auch in der Hauptstadt Islamabad zu spüren. In der Metropole gab es zahlreiche Checkpoints und erhöhte Militärpräsenz.

Die TTP ist eine Dachorganisation militanter islamistischer Gruppen, die mehrere Tausend Kämpfer umfassen soll. Das Militär vertrieb sie zwischen 2008 und 2014 nach Afghanistan. Seit der Machtübernahme der afghanischen Taliban in Kabul hat sich die TTP in ihren ehemaligen Hochburgen an der afghanischen Grenze neu formiert. dpa

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