Verschärft sich der Skandal?

Russische Anwältin: Trump Jr. wollte Infos über Clinton erhandeln

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Donald Trump jr. belastet die Präsidentschaft seines Vaters

Wieder Ärger aus Russland für Donald Trump. In einem Interview behauptet eine russische Anwältin: Donald Trump Jr. wollte kompromittierende Infos über Hillary Clinton erhalten.

Washington - US-Präsidentensohn Donald Trump Jr. sieht sich mit neuen brisanten Angaben zu seinen Russland-Kontakten im Wahlkampf konfrontiert. Eine russische Anwältin berichtete am Montag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg über brisante Details ihres Treffens mit Trump Jr. im Juni 2016. Dieser habe ihr damals einen Deal vorgeschlagen: Wenn Russland kompromittierende Informationen über die Demokratin Hillary Clinton vorlege, könnte eine Regierung Trump nach einem Wahlsieg die Russland-Sanktionen des US-Kongresses im Sinne Moskaus prüfen.

Die russische Anwältin Natalia Weselnizkaja ging nach eigenen Angaben mit zwei Zielen in das Treffen mit Trump Jr. und weiteren Mitarbeitern des damaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump: Sie habe potenziell belastende Materialien über Trumps Gegenkandidatin Clinton anbieten wollen, und sie habe für eine Aufhebung eines 2012 erlassenen Gesetzes mit Sanktionen gegen Russland werben wollen, sagte sie nun zu Bloomberg.

Trump Jr. offen für Zusammenarbeit?

Donlald Trump Jr. habe sich offen für eine Zusammenarbeit gezeigt, sagte Weselnizkaja. Mit Blick auf das Sanktionsgesetz habe er gesagt: "Wenn wir an die Macht kommen, können wir auf die Angelegenheit zurückkommen und schauen, was wir tun können." Im Gegenzug habe er explizit um schriftliche Belege über illegale Wahlkampffinanzierung zugunsten Clintons gebeten. Sie habe dann aber entgegnet, dass sie solche Belege nicht liefern könne, sagte Weselnizkaja.

Trump Jr. soll demnächst öffentlich vor einem Kongressausschuss aussagen, der möglichen russischen Manipulationen im US-Präsidentschaftswahlkampf nachgeht. Bei dem Treffen mit der russischen Anwältin, das bereits vor Monaten bekannt wurde, hatte er sich auf ein potenzielles rechtliches Minenfeld begeben: Die Annahme von ausländischer Hilfe für eine US-Wahlkampagne ist nach Angaben vieler Experten unter Umständen strafbar.

Kongressauschüsse und ein Sonderermittler arbeiten am Thema

Anfang September hatte Trump Jr. bei einer Befragung hinter verschlossenen Türen vor dem Ausschuss bestätigt, dass er bei dem Treffen mit der russischen Anwältin Informationen über Clinton einholen wollte. Dieses Treffen habe aber zu nichts geführt.

Die Affäre um die mutmaßlichen russischen Einmischungen zugunsten Trumps im Wahlkampf und eine mögliche Verwicklung des Trump-Teams in diese Interventionen setzt dem Präsidenten seit seinem Amtsantritt im Januar schwer zu. Sie wird von mehreren Kongressausschüssen sowie einem vom Justizministerium eingesetzten Sonderermittler untersucht. Donald Trump selbst sprach zuletzt von einer „Hexenjagd“.

Lesen Sie auch: Explosive Enthüllungen aus Russland-Dossier - so reagiert Donald Trump

AFP

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