Rodung von uraltem Rest-Wald

Räumung des Hambacher Forsts: Polizei spricht von «Endspurt»

Polizisten gehen am Hambacher Forst vor einem Braunkohlebagger vorbei. Foto: David Young
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Polizisten gehen am Hambacher Forst vor einem Braunkohlebagger vorbei. Foto: David Young

Der Tagebau Hambach ist riesig, der dazugehörige Wald nur noch relativ klein - und wird bald wohl ganz verschwinden. Umweltschützer machen zwar mobil, aber RWE will die Rodung durchziehen.

Kerpen (dpa) - Die Räumung des Hambacher Forsts steht nach Einschätzung der Polizei vor einem baldigen Abschluss. «Wir sind im Endspurt», sagte eine Sprecherin in Aachen. Die Beamten kämen gut voran, die Lage sei ruhig.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 75 Baumhäuser und andere Konstruktionen abgebaut, die Gegner einer Rodung des Waldgebiets errichtet hatten.

Der Energiekonzern RWE will im Herbst weite Teile des Waldes abholzen, um weiter Braunkohle baggern zu können. In dem Wald leben seit Jahren Umweltaktivisten, die gegen die geplante Abholzung durch den Tagebau-Betreiber RWE protestieren. Die Polizei hatte vor gut zwei Wochen mit der Räumung begonnen.

RWE zeigt sich weiter unbeeindruckt von den Protesten. «Es gibt keine Chance, den Wald stehen zu lassen», sagte RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Eine Lösung, bei der ein Teil des Forsts stehen bleibe, sei technisch unmöglich. «Wir brauchen die Erdmassen unter dem Restwald, um die Böschungen stabil zu halten», sagte Schmitz. «Der Hambacher Forst ist nicht zu retten, egal was die Kohlekommission entscheidet.»

Alle aktuellen News rund um den Hambacher Forst finden Sie in unserem News-Ticker zum Thema

Das Gremium soll bis Ende 2018 eine Strategie zum Ausstieg aus der Kohleverstromung entwickeln und Wege für den Strukturwandel in den betroffenen Regionen aufzeigen.

Greenpeace warf dem RWE-Chef vor, ihm sei jedes Gespür für die Brisanz des Konflikts abhandengekommen. «Wenn Woche für Woche weniger Menschen akzeptieren, dass ein wertvoller Wald für klimaschädliche Braunkohle zerstört werden soll, dann muss RWE bereit sein, über Alternativen zu reden», sagte Geschäftsführer Martin Kaiser, selbst Mitglied der Kohlekommission.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet wertete die Räumung als überfällig. Es sei ein Fehler gewesen, die illegal errichteten Baumhäuser im Hambacher Forst sechs Jahre lang zu dulden, sagte der CDU-Politiker der «tageszeitung» (taz). «Egal welche Position man zum Braunkohleausstieg hat, ein solcher rechtswidriger Zustand ist falsch. Der wird jetzt beseitigt.»

Schmitz im Interview

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