Geldverschwendung? Landkreis in der Kritik

1000 unbenutzte Asyl-Betten in Sachsen werden zu Schrott - das ist der Grund

Betten in einem Flüchtlingsheim (Symbolbild).
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Betten in einem Flüchtlingsheim (Symbolbild).

Weil sie angeblich nicht hielten, wollte ein Landkreis in Sachsen 1000 Betten für Asylbewerber an den Lieferanten zurückgehen lassen. Doch nun wandern unbenutzte Betten auf den Schrottplatz.

Pirna / Lohmen - Tausende unbenutzte Betten auf einem Schrottplatz - dieses ungewöhnliche Bild ist derzeit in Lohmen (Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge) zu sehen. Der Grund geht auf die Jahre 2015/16 zurück, als Deutschland den ersten großen Flüchtlingsstrom zu bewältigen hatte.

„Bei den in die Container geladenen Gegenständen handelt es sich um Bettgestelle, die 2015/2016 für die Unterbringung von Asylbewerbern beschafft wurden“, sagte die Geschäftsführerin der kreiseigenen Grundstücks- und Verwaltungsgesellschaft (GVS) Sächsische Schweiz, die dem Landkreis angehört, der Bild. Landrat Michael Geisler (58, CDU) wollte sich nicht äußern.

Warum die Betten auf den Müll mussten? Angeblich, weil sie nicht hielten.

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„Mangelnde Standfestigkeit“ - die Betten wandern auf den Schrottplatz

Wegen „mangender Standfestigkeit“ habe die GVS 500 Doppelstockbetten beim Lieferanten reklamiert, die Ware sei danach allerdings nicht abgeholt worden. Sie war ohnehin noch nicht bezahlt. Der Wert der 1000 Betten: 62.500 Euro.

„Um Lagerkosten zu sparen, werden sie jetzt beräumt und entsorgt. Der Schrotterlös bleibt in der Gesellschaft.“ Eine Nachbesserung sei nicht infrage gekommen, weil die GVS nicht für Schäden haften will. Auch ein Rechtsstreit mit dem Lieferanten sei auszuschließen, so Gärtner.

Kreisrat Ivo Teichmann von der AfD stößt dies sauer auf. Der 51-Jährige reichte einen Fragenkatalog beim Landrat ein. Teichmann: „Statt auf den Schrott zu werfen, könnte man die Gegenstände reparieren oder für Obdachlosen-Unterkünfte spenden, Krisenregionen in Afrika unterstützen oder für Katastrophenfälle aufheben.“

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