«Respekt vor Wählern»

Sachsens CDU-Fraktionschef: Kein Nein zu Koalition mit AfD

Der sächsische Christian Hartmann CDU-Fraktionschef verweigert ein Nein zu einer Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl im nächsten Jahr. Foto: Oliver Killig
+
Der sächsische Christian Hartmann CDU-Fraktionschef verweigert ein Nein zu einer Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl im nächsten Jahr. Foto: Oliver Killig

Die AfD ist der CDU in Sachsen dicht auf den Fersen. Was tun, wenn die Ergebnisse der Landtagswahl im kommenden Jahr nur eine CDU/AfD-Koalition zulässt? CDU-Fraktionschef Hartmann ist da ganz anderer Meinung als sein Parteifreund und Ministerpräsident Kretschmer.

Dresden (dpa) - Der neue Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen, Christian Hartmann, hat erneut ein Nein zu einer Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl im nächsten Jahr verweigert.

«Das werden Sie jetzt von mir in dieser Form auch nicht hören», sagte Hartmann in einem Interview des Radiosenders MDR Sachsen auf eine entsprechende Frage. Es gelte, nach der Wahl am 1. September vernünftige Entscheidungen zu treffen. «So weit ist das Kaffeesatzleserei.»

Bereits am Vortag hatte Hartmann unmittelbar nach seiner Wahl zum neuen Fraktionschef eine Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl offengelassen. Er betonte am Mittwoch lediglich erneut: «Die AfD ist unser politischer Hauptwettbewerber.» Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lehnt Koalitionen mit der AfD kategorisch ab.

Hartmann war am Dienstag zum Nachfolger von Frank Kupfer als Fraktionschef gewählt worden. Der 44-Jährige hatte sich dabei gegen Geert Mackenroth durchgesetzt. Der Ausländerbeauftragte war von Kretschmer und dem aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Kupfer als Kandidat vorgeschlagen worden.

Der neue Fraktionsvorsitzende begründete seine Haltung zu einer möglichen Koalition mit der AfD mit dem «Respekt vor den Wählerinnen und Wählern». Ihm komme es darauf an, dass die CDU mit den Antworten und Lösung auf Fragen rund um Strukturveränderungen in der Lausitz durch den Braunkohleausstieg, Rente und in Pflege überzeuge. «Und dann wird sich diese Frage auch nicht stellen», sagte Hartmann.

Interview Christian Hartmann

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Krieg in Europa nur Wochen entfernt? Briten warnen Putin vor zehntausenden Toten - Macron legt nach
Politik

Krieg in Europa nur Wochen entfernt? Briten warnen Putin vor zehntausenden Toten - Macron legt nach

Wladimir Putin rasselt mit dem Säbel und zieht seine Truppen zusammen. Der Ukraine-Konflikt könnte sich möglicherweis zu einem Krieg entwickeln. News-Ticker.
Krieg in Europa nur Wochen entfernt? Briten warnen Putin vor zehntausenden Toten - Macron legt nach
Psychiaterin: Utøya-Mörder Breivik so gefährlich wie zuvor
Politik

Psychiaterin: Utøya-Mörder Breivik so gefährlich wie zuvor

Breivik sehnt sich nach eigenen Angaben nach Kontakten. Eine wichtige Zeugin weist darauf hin, dass dem verurteilen Rechtsterroristen nicht zu trauen sei. Ihre Aussage …
Psychiaterin: Utøya-Mörder Breivik so gefährlich wie zuvor
Neu-Ministerin von Habeck entmachtet? Lanz zuckt plötzlich: „Um Gottes Willen!“
Politik

Neu-Ministerin von Habeck entmachtet? Lanz zuckt plötzlich: „Um Gottes Willen!“

Diplomatie-Stunde bei „Markus Lanz“: Umweltministerin Steffi Lemke will es sich weder mit China noch ihrem Parteichef verscherzen.
Neu-Ministerin von Habeck entmachtet? Lanz zuckt plötzlich: „Um Gottes Willen!“
Bayerischer Gerichtshof kippt 2G-Regel im Einzelhandel
Politik

Bayerischer Gerichtshof kippt 2G-Regel im Einzelhandel

Im Dezember hatte ein Gericht in Niedersachsen die 2G-Regel im Einzelhandel gekippt. Nun hat auch ein Eilantrag gegen die entsprechende Regel in Bayern Erfolg.
Bayerischer Gerichtshof kippt 2G-Regel im Einzelhandel

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.