Sägt sie ihren Rivalen ab?

In Mays Kabinett sollen  Köpfe rollen - auch der von Johnson?

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May-Rivale Boris Johnson: Sind seine Tage als Außenminister gezählt?

Nach ihrer Pannenrede sah sich die britische Premierministerin Theresa May mit Forderungen nach ihrem Rücktritt konfrontiert. Ihr Außenminister Johnson stellte sich hinter sie. Nun könnte er aber selbst von May demontiert werden.

London - Die unter Druck geratene britische Regierungschefin Theresa May will ihre Position in Kürze mit einer Kabinettsumbildung stärken. Dabei erwäge sie eine Absetzung von Außenminister Boris Johnson, berichtete die Zeitung „The Sunday Times“. Dem Blatt hatte May ihr erstes Interview seit ihrer pannenreichen Rede auf dem Tory-Parteitag vom Mittwoch gegeben und gesagt, „ich will die besten Leute in meinem Kabinett haben“.

Johnson ist einer ihrer größten Rivalen. Just am Vortag hatte er nach Presseberichten aber Parteikollegen in den eigenen Reihen aufgefordert, sich nach der Kritik an Mays Parteitagsrede hinter die Premierministerin zu stellen.

„Bildet eine Wagenburg“

Auch andere ranghohe Tories hatten sich dafür ausgesprochen, nachdem Rücktrittsforderungen an May aus der Partei laut geworden waren. „Bildet eine Wagenburg, feuert auf (Labour-Oppositionsführer Jeremy) Corbyn und sprecht über Nichts als unsere großartige Politik und was wir für das Land tun können“, zitierte unter anderem die BBC eine WhatsApp-Nachricht, die Johnson geschrieben habe.

Eine Umbildung von Mays Kabinett könnte bereits nach dem EU-Gipfel, folgen, der am 19. und 20. Oktober stattfinden wird, schreibt die „Sunday Times“ weiter. May wolle damit „ihre Autorität bekräftigen“, so die Zeitung. Die Zeitung „The Guardian“ berichtete, „ranghohe Tories“ hätten May aufgefordert, „eine neue Generation von Parlamentariern für Tobjobs zu ernennen, um neues Leben in die konservative Partei zu bringen und ihre Amtszeit als Premierministerin zu retten“.

„Weiter machen und den Brexit abliefern“

May steht seit der vorgezogenen Parlamentswahl im Juni, bei der ihre Partei die absolute Mehrheit verlor, und der viel kritisierten Rede auf dem Parteitag vom Mittwoch unter enormem Druck. Britische Medien spekulieren heftig über einen vorzeitigen Abtritt. Auch Johnson nährte diese, als er im September seine persönliche Vision eines Brexit präsentierte und damit Differenzen in Mays Kabinett um den Ausstieg aus der Europäischen Union offenlegte. Mit einem Kommentar in der Zeitung „The Sunday Telegraph“ signalisierte er May jetzt aber Rückendeckung und ermunterte sie, „weiter zu machen und den Brexit abzuliefern“.

Mays Parteitagsrede vom Mittwoch hatte ihr viel Spott und Kritik eingebracht. Sie litt unter Hustenanfällen und wurde von einem Komiker unterbrochen, der ihr ein angebliches Entlassungsschreiben überreichte. Zu allem Übel fielen dann auch noch Buchstaben aus dem Parteitagsmotto an der Wand hinter ihr.

Am Freitag hatte sich der konservative Abgeordnete Grant Shapps für die Wahl einer neuer Parteispitze ausgesprochen. Doch ein ranghoher Verbündeter Mays, Kabinettschef Damian Green, wies dies am Samstag als Komplott zurück. May selbst sagte am Freitag, sie habe die volle Unterstützung ihrer Minister und versprach dem Land weiterhin eine „ruhige Führung“.

Lesen Sie auch: Johnson gibt rote Linien für Brexit-Gespräche aus

dpa

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