Das sagt Landau: CDU-Landtagsabgeordneter zum Waldgesetz

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Dirk Landau. Foto: Privat

Werra-Meißner/Wiesbaden. Die Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen befassen sich aktuell mit den Fragen der unterschiedlichen Nutzungsin

Werra-Meißner/Wiesbaden. Die Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen befassen sich aktuell mit den Fragen der unterschiedlichen Nutzungsinteressen in Hessens Wäldern. Leider hat die jüngere Vergangenheit gezeigt, dass es vermehrt zu Konflikten der unterschiedlichen Interessengruppen (Forst, Jäger, Freizeitsportler) gekommen ist.

Ohne einer sicherlich alsbald vorliegenden gesetzlichen Regelung vorgreifen zu wollen, bin ich überzeugt, dass die berechtigten Interessen der Mountainbiker und Wanderer mit den ebenso berechtigten Interessen der Waldbesitzer in einen fairen Ausgleich gebracht werden müssen.

In Diskussion ist eine Regelung, die zunächst generell die Nutzung der Forstwirtschaftswege erlaubt und darüber hinaus vorsieht, auf ein Einverständnis zwischen Waldbesitzern und Interessengruppen hinzuwirken, das in definierten Bereichen auch ein Befahren abseits befestigter Wege zulässt. Dies ist eigentlich schon bewährte Praxis und hat dazu geführt, dass in Hessen ein dichtes Netz an ausgezeichneten Wegen für Mountainbike-Sportler existiert, welches nicht nur beibehalten, sondern noch ausgeweitet werden soll. Diese Ausweisung wird mit den entsprechenden Radsportverbänden vor Ort abgestimmt, um sicherzustellen, dass entsprechend der Nachfrage auch Wegeangebote zur Verfügung stehen.

Mit der angestrebten Novelle soll die bisherige erfolgreiche Praxis die fehlende gesetzliche Grundlage erhalten, wonach von der allgemeinen Betretungsuntersagung auf festgelegten Strecken abgewichen werden kann.

Damit wird aber nichts verboten, was heute erlaubt wäre. Ich darf in diesem Zusammenhang aber auch darauf hinweisen, dass das Radfahren abseits befestigter Wege im Wald schon nach geltendem Recht (§ 24, Abs. 4 Hessisches Forstgesetz) nicht erlaubt ist.

Ein uneingeschränktes Recht, ohne Rücksicht auf die Eigentumsrechte der Waldbesitzer und/oder des Naturschutzes überall den Wald betreten bzw. mit dem Rad befahren zu dürfen, kann es meines Erachtens auch nicht geben. Umgekehrt darf es keinen übermäßigen Ausschluss von Freizeitaktivitäten im Wald geben, da sonst der Wald seiner Funktion für die Erholung und als Bestandteil touristischer Konzepte nicht mehr hinreichend nachkommen kann.

Ich werde als tourismuspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und auch Wanderführer im Werratalverein darauf hinwirken, dass für den Staatswald, den Wäldern im kommunalen und privaten Besitz in einem transparenten Verfahren zwischen den Betroffenen ausreichende Flächen für die Nutzung durch Wanderer und Radfahrer offen bleiben.

"Das Ende der Freiheit?" lesen Sie hier

Hier geht's zum Interview mit dem Gründer des "Bikeführer Werra-Meißner", Günter Pippert

Lesen Sie auch einen Kommentar zum Thema von Eedaktionsleiter Lars Winter

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