Streit um Telefonat

Saudi-Arabien stellt jeden Kontakt mit Katar ein

+
Bild aus vergangenen Zeiten: Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani (r) mit dem saudischen König Salman in Doha. Saudi-Arabien hat "jeglichen Dialog oder Kontakt mit Katar eingestellt." Foto: Saudi Press Agency/Archiv

"Sehr schnell einen Deal aushandeln" wollte US-Präsident Trump in der diplomatischen Krise zwischen Katar und seinen Golfnachbarn. Er brachte die Herrscher auch erstmals gemeinsam ans Telefon. Über das Gesprochene eskaliert der Streit aber nun erneut.

Riad/Doha (dpa) - In der diplomatischen Krise zwischen dem isolierten Golfstaat Katar und der Regionalmacht Saudi-Arabien ist nach einem Gespräch der beiden Herrscher ein neuer Streit entbrannt.

Riad warf Doha vor, falsche Informationen über das Telefonat von Katars Scheich Tamim bin Hamad Al Thani mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman zu verbreiten. Nun will Saudi-Arabien erstmal keine Kontakte mehr.

"Was die katarische Nachrichtenagentur berichtet, hat mit der Wahrheit nichts zu tun und setzt die Verzerrung der Fakten durch die katarischen Behörden fort", meldete die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur Spa unter Berufung auf Regierungskreise. Dies zeige, dass Katar es mit dem Dialog nicht ernst meine. "Deshalb kündigt das Königreich Saudi-Arabien die Einstellung von jeglichem Dialog oder Kontakt mit Katar an."

Zuvor hatte die katarische Nachrichtenagentur QNA berichtet, dass der Scheich und der Kronprinz sich darauf geeinigt hätten, zwei Vermittler zu bestimmen, um die Krise zu lösen. Es war das erste bekannte Gespräch führender Politiker der beiden Länder, seitdem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten vor drei Monaten die diplomatischen Beziehungen zu dem Emirat abgebrochen hatten.

Die Staaten werfen Doha unter anderem Terrorunterstützung und zu enge Beziehungen zum schiitischen Iran vor. Eine Liste von 13 Forderungen der vier Länder an Katar blieb unerfüllt. Die Blockadestaaten scheuten nach Ablauf eines Ultimatums aber neue Sanktionen, mit denen die Lage weiter eskaliert wäre.

Das Telefonat kam Katar zufolge nach einem Gespräch von Scheich Tamim mit US-Präsident Donald Trump zustande, der anschließend eine Leitung zwischen Riad und Doha vermittelte. Erst am Vortag hatte Trump seine Bereitschaft zur Vermittlung in dem diplomatischen Konflikt angeboten. Aufgrund seiner guten Beziehungen zu Saudi-Arabien könnte "sehr schnell ein Deal ausgehandelt werden", sagte er.

Bericht Al-Arabija

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Wegen Seehofer, Merkel und Söder: FDP-Vize Kubicki rechnet mit herber Niederlage der CSU in Bayern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder macht Innenminister Horst Seehofer indirekt für schlechte CSU-Umfragewerte verantwortlich. In der Partei gärt es nach den …
Wegen Seehofer, Merkel und Söder: FDP-Vize Kubicki rechnet mit herber Niederlage der CSU in Bayern

„... das stimmt nicht, weil er vor allem Politiker ist“: Putin von Trump nach Treffen überzeugt

Donald Trump und Wladimir Putin trafen sich am Montag zum mit großer Spannung erwarteten Gipfel in Helsinki. Wir berichten auch am Tag danach noch über die Nachwehendes …
„... das stimmt nicht, weil er vor allem Politiker ist“: Putin von Trump nach Treffen überzeugt

„Ich wurde entführt und nackt ausgezogen!“ Abgeschobener Sami A. erhebt heftige Vorwürfe

Am Freitag wurde der frühere Bin-Laden-Leibwächter Sami A. abgeschoben - trotz gerichtlichen Verbots. Jetzt muss er nach Deutschland zurückgeholt werden. Doch das ist …
„Ich wurde entführt und nackt ausgezogen!“ Abgeschobener Sami A. erhebt heftige Vorwürfe

Kein Treffen von Seehofer mit NRW-Flüchtlingsminister Stamp

Das Gespräch von Seehofer und dem NRW-Flüchtlingsminister war seit längerem geplant. Thema sollten etwa schnellere Asylverfahren sein. Der umstrittene Fall Sami A. hätte …
Kein Treffen von Seehofer mit NRW-Flüchtlingsminister Stamp

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.