Spannungen am Golf

Saudischer König ruft zu Krisengesprächen Ende Mai auf

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Der saudische König Salman bin Abdulaziz Al Saud Ende März bei einem Gipfel der Arabischen Liga in Tunis. Foto: SPA/dpa

Das Säbelrasseln scheint etwas leiser zu werden, aber entschärft ist die Lage am Golf noch längst nicht. Nun will Saudi-Arabien am großen Tisch diskutieren. Aber ohne den Erzfeind.

Riad (dpa) - Saudi-Arabien will angesichts der Spannungen in der Golfregion die arabischen Länder um sich scharen. König Salman rief die Führer des Golf-Kooperationsrats (GCC) und der Arabischen Liga dazu auf, über die "Aggressionen und ihre Auswirkungen auf die Region" zu diskutieren.

Das Krisentreffen der Führer aus fast zwei Dutzend Staaten soll am 30. Mai in Mekka stattfinden. Der Arabischen Liga gehören mehr als 20 Staaten an. Der schiitische Iran, den das sunnitische Königreich Saudi-Arabien als Erzfeind betrachtet, ist nicht Mitglied. Auch im kleineren GCC ist Teheran nicht vertreten. Hintergrund der Spannungen am Golf ist der monatelange Streit um das iranische Atomabkommen und der anhaltende Druck der USA auf die Führung in Teheran.

Eine Entspannung der Lage war am Sonntag nicht in Sicht. Die Beteiligten beteuerten aber, keinen Krieg zu wollen. Saudi-Arabien werde alles unternehmen, um einen Krieg zu verhindern, sich notfalls aber verteidigen, sagte der saudische Staatsminister für Auswärtiges, Adel al-Dschubeir, laut der staatliche Nachrichtenagentur SPA.

Ähnliche Töne kamen von Irans Außenminister Mohammed Sarif. "Wir wollen weder einen Krieg, noch glaubt irgendwer in der Region, einen Krieg mit dem Iran austragen zu können", sagte Sarif der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna zufolge bei einem Besuch in Peking.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman telefonierte mit US-Außenminister Mike Pompeo. Die beiden hätten über die Sicherheit und Stabilität in der Region gesprochen, berichtete die staatliche Agentur SPA am Sonntag.

In Saudi-Arabien war am Dienstag eine der wichtigsten Ölpipelines des Landes angegriffen worden. Dafür machte das sunnitische Saudi-Arabien seinen schiitischen Erzfeind Iran verantwortlich. Darüber hinaus hätten die Vereinigten Arabischen Emirate mitgeteilt, vier Handelsschiffe seien vor ihrer Küste angegriffen worden. Dahinter stecke mit "hoher Wahrscheinlichkeit" der Iran, berichtete der TV-Sender NBC unter Berufung auf US-Regierungskreise.

Wegen der Spannungen in der Region hatten die USA einen Teil ihrer Botschaftsmitarbeiter aus dem Irak abgezogen und die Bundeswehr ihren Ausbildungseinsatz dort auf Eis gelegt. Der US-Energiekonzerns Exxon Mobil zog zudem 50 seiner Mitarbeiter von einem der größten Ölfelder ab. Der irakische Ölminister Thamir Ghadhban bezeichnete diese Evakuierung als "unberechtigt" und sagte, sie habe "politische Gründe" gehabt.

Die Golfmonarchie Bahrain forderte ihre Bürger aus Sicherheitsgründen auf, den Irak und den Iran sofort zu verlassen. Grund seien die instabile Lage und zunehmende Spannungen in der Region. Die US-Luftfahrtbehörde FAA warnte die amerikanischen Fluggesellschaften vor "verstärkten militärischen Aktivitäten und erhöhten politische Spannungen".

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