„Bis 2030 ist alles geklärt“

Schäuble: Künftige Rentner müssen sich auf veränderte Bedingungen einstellen

+
Wolfgang Schäuble.

Aus Sicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) müssen sich künftige Rentner darauf einstellen, dass sie nicht mehr zu denselben Bedingungen in den Ruhestand gehen können wie heutige Rentner.

Berlin - Dies sei „angesichts der gestiegenen Lebenserwartung klar“, sagte Schäuble der Passauer Neuen Presse vom Freitag. Er wiederholte aber nicht frühere Äußerungen, wonach auf längere Sicht mit einem höheren Renteneinstiegsalter zu rechnen sei.

„Es gibt jetzt keinen Entscheidungsbedarf, bis 2030 ist bei der Rente alles geklärt“, sagte Schäuble vielmehr weiter. Es sei nicht sinnvoll, „jetzt einen theoretischen Streit darüber zu führen, was nach 2030 alles sein wird“. Dies hänge von vielen Faktoren ab, neben der Wirtschaftslage auch von der Lage auf dem Arbeitsmarkt und davon, wie viele Menschen dann in Deutschland leben.

Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, drängte darauf, sowohl das Rentenniveau wie auch die Beitragshöhe über das Jahr 2030 hinaus stabil zu halten. Dabei sei es wichtig, „dass wir angemessene Renten und einen akzeptablen Beitragssatz immer zusammen denken“, sagte sie der Neuen Osnabrücker Zeitung. Für beides sollten „Haltelinien“ festgelegt werden, forderte Roßbach, ohne sich auf konkrete Zahlen festzulegen.

Rentenniveau könnte auf 41 Prozent sinken

Das Rentenniveau ist eine Messgröße für das Verhältnis zwischen der Lohnentwicklung und der Entwicklung der Rentenhöhe. Es liegt derzeit bei knapp 48 Prozent, dürfte aber Prognosen zufolge bis 2045 auf nur noch gut 41 Prozent sinken. Nach geltendem Recht darf das Rentenniveau bis 2030 nicht unter 43 Prozent sinken. Der Beitragssatz von derzeit 18,7 Prozent darf demnach bis 2030 nicht über 22 Prozent steigen.

Offizielle Festlegungen für die Zeit danach gibt es bislang nicht. Die SPD will aber das Rentenniveau bis 2030 auf dem jetzigen Stand halten. Auch Grüne und Linkspartei fordern eine Stabilisierung oder sogar wieder eine Erhöhung des Rentenniveaus, ebenso wie auch die Gewerkschaften.

AFP

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

CSU-Politiker über #ausgehetzt-Demonstranten: „Übelste Hetze ohne jeglichen Anstand“

Zehntausende demonstrierten in München gegen die CSU-Politik. Die Partei versuchte mit einer einer eigenen Kampagne gegenzusteuern. Jetzt reagieren CSU-Politiker mit …
CSU-Politiker über #ausgehetzt-Demonstranten: „Übelste Hetze ohne jeglichen Anstand“

"Ausgehetzt": Zehntausende demonstrieren gegen CSU-Politik

Die CSU polarisiert seit Wochen mit ihren Forderungen zur Flüchtlingspolitik. In München setzten mehrere Zehntausend Menschen nun ein Zeichen. Sie finden, es habe sich …
"Ausgehetzt": Zehntausende demonstrieren gegen CSU-Politik

Syrische Weißhelme über Israel gerettet

Die syrische Hilfsorganisation Weißhelme hat im Bürgerkrieg mehr als 100.000 Menschen gerettet, jetzt waren ihre Mitarbeiter selbst auf Hilfe angewiesen. Auch …
Syrische Weißhelme über Israel gerettet

Zehntausende demonstrieren in München gegen „verantwortungslose“ CSU-Politik

Die Polizei spricht von mindestens 25.000 Demonstranten. Die „Politik der Angst“ der CSU trieb am Sonntag zehntausende Menschen auf Münchens Straßen, die dagegen ein …
Zehntausende demonstrieren in München gegen „verantwortungslose“ CSU-Politik

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.