Rechtspopulisten im Aufwind

Scheidender Kanzler Kern warnt vor Hetze und Antisemitismus in Österreich

Christian Kern (SPÖ, Mitte) mit dem künftigen österreichischen Kanzler Sebastian-Kurz und FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache.
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Christian Kern (SPÖ, Mitte) mit dem künftigen österreichischen Kanzler Sebastian-Kurz und FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache.

In Österreich wollen ÖVP und FPÖ eine Koalition bilden - ein klarer Rechtsruck für das Land. Der scheidende Kanzler Christian Kern (SPÖ) warnt vor Hetze und Spaltung.

Österreich sei selbstbewusst und patriotisch, aber nicht chauvinistisch, kleingeistig und ängstlich, sagte der Sozialdemokrat Kern am Donnerstag in einer Ansprache zum Nationalfeiertag in Wien. Es gebe „keinen Platz für Hetze und Antisemitismus“.

Bei den Wahlen am 15. Oktober hatten die konservative ÖVP und die rechtspopulistische FPÖ deutliche Stimmengewinne verzeichnet. Sie wollen gemeinsam eine Regierung bilden. Die Koalitionsgespräche sind im Gange. Bislang regierte die SPÖ mit der ÖVP.

Kern warnte auch vor EU-kritischen Tendenzen. Der Brexit und die Separatisten in Spanien zeigten, dass das europäische Projekt keine Selbstverständlichkeit sei. „Spaltung kann niemals eine Lösung sein“, sagte Kern. „Europa ist unsere Zukunft.“

Der Nationalfeiertag erinnert an den 26. Oktober 1955, als in Österreich offiziell die politische Neutralität begann. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Land unter Besatzungsrecht und erhielt erst 1955 seine Souveränität zurück. Bis zum 25. Oktober mussten damals alle ausländischen Truppen abziehen.

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