Wettstreit zweier Weltbilder

Macron oder Le Pen? So hoch ist Wahlbeteiligung bisher

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Emmanuel Macron und Marine Le Pen auf Wahlplakten.

Paris - An diesem Sonntag wählen die Franzosen in der Stichwahl zur Präsidentschaftswahl Europa-Freund Emmanuel Macron oder die Rechtspopulistin Marine Le Pen.  Die wichtigsten Fragen rund um die Wahl im Überblick.

Update vom 9. Juni 2017: Um seine im Wahlkampf angekündigten Reformen in die Tat umszusetzen, benötigt Emmanuel Macron eine Mehrheit im Parlament. Das wird in zwei Wahldurchgängen neu besetzt, der erste davon findet am Sonntag statt. Mit einemErgebnis ist in den Abendstunden zu rechnen. Die letzten Umfragen vor der Wahl prognostizieren einen klaren Sieg für Macrons Kandidaten. Auch viele Sendungen im TV und Live-Stream thematisieren die Wahl in Frankreich am Sonntag. 

Update vom 7. Mai 2017: Emmanuel Macron und Marine Le Pen gehen am heutigen Sonntag in die Stichwahl um das Präsidentenamt. Alle Informationen finden Sie im Live-Ticker zur Wahl 2017 in Frankreich.

In der entscheidenden Stichwahl stehen sich der parteilose Pro-Europäer Emmanuel Macron und die rechtspopulistische EU-Gegnerin Marine Le Pen gegenüber.

Welchen Ausgang sagen Meinungsforscher voraus?

Umfragen zufolge ist der erst 39 Jahre alte Macron klarer Favorit. Meinungsforscher sehen den sozialliberalen Ex-Wirtschaftsminister bei etwas über 60 Prozent, also mehr als 20 Punkte vor Le Pen. Eigentlich ist das ein unaufholbarer Vorsprung.

Nur bei einer extrem niedrigen Wahlbeteiligung oder bei einem unvorhersehbaren Ereignis wie einem Anschlag könnte die Front-National-Kandidatin Le Pen möglicherweise doch noch gewinnen. Wahlforscher rechnen derzeit mit einer Wahlbeteiligung von 75 Prozent - das ist für eine Präsidentschaftswahl recht wenig, würde einen Macron-Sieg aber nicht gefährden.

Wie läuft die Wahl ab?

In der ersten Wahlrunde am 23. April hatten Macron (24 Prozent) und Le Pen (21,3 Prozent) die meisten Stimmen erhalten und sich damit für die Stichwahl qualifiziert. Zur Wahl aufgerufen sind rund 47,5 Millionen Franzosen. Ihre Stimme abgeben können sie in einem von mehr als 69.000 Wahlbüros. Die Wahllokale sind seit 8 Uhr bis 19 Uhr geöffnet, in einigen großen Städten bis 20.00 Uhr. Bis zum Mittag gaben nach Angaben des Innenministeriums 28,23 Prozent der wahlberechtigten Franzosen ihre Stimme ab. Das ist fast genau so viel wie im ersten Wahlgang vor zwei Wochen, als im gleichen Zeitraum knapp 28,5 Prozent der Wähler ins Wahllokal gegangen waren. Am Ende lag die Wahlbeteiligung damals bei 77,8 Prozent. Allerdings war die Beteiligung damit im Vergleich zu früheren Stichwahlen eher verhalten.

Laut Gesetz dürfen die ersten Hochrechnungen nicht vor 20 Uhr veröffentlicht werden, um Wähler nicht zu beeinflussen.

Welche Sicherheitsvorkehrungen gelten bei der Wahl?

Wegen der Anschlagsgefahr werden wie auch bei der ersten Wahlrunde landesweit mehr als 50.000 Polizisten und tausende Soldaten im Einsatz sein, außerdem Gemeindepolizisten und private Sicherheitsleute. An den Wahllokalen wird es Taschenkontrollen und teilweise Metalldetektoren geben. Die Polizei wird auch die Siegesfeier des künftigen Präsidenten am Sonntagabend sichern müssen. Erstmals findet in Frankreich eine Präsidentschaftswahl im Ausnahmezustand statt. Dieser war nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 verhängt worden.

Wie geht es in den Tagen nach der Wahl weiter?

Schon am Montag könnte der neue Präsident an der Seite seines scheidenden Vorgängers François Hollande an einer offiziellen Zeremonie teilnehmen: In Frankreich wird am 8. Mai der deutschen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg gedacht. Die Amtsübergabe wird spätestens am 14. Mai stattfinden. Außerdem muss der neue Präsident eine vorläufige Regierungsmannschaft um einen Premierminister aufstellen. Die Regierung dürfte spätestens am 16. Mai stehen, denn am 17. Mai wird der neue Präsident seine erste Kabinettssitzung im Elysée-Palast leiten.

Kann Frankreichs künftiger Präsident durchregieren?

Ob der gewählte Präsident auch eine Parlamentsmehrheit für seine vorläufig aufgestellte Regierungsmannschaft bekommt, entscheidet sich erst am 11. und 18. Juni. Dann wählen die Franzosen eine neue Nationalversammlung. In den vergangenen 15 Jahren hat der frisch gewählte Präsident immer auch eine Parlamentsmehrheit erhalten. Unklar ist, ob es dieses Jahr auch so sein wird. Womöglich muss sich der Präsident nach der Parlamentswahl mit einer sogenannten Kohabitation abfinden, bei welcher der Premier aus einem anderen politischen Lager kommt.

AFP

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