Auch an Ströbele und Merkels Mann

Seehofer bestätigt: Unbekannte schickten Drohbrief mit weißem Pulver

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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer

Schrecksekunde vor der Wahl: Unbekannte haben Briefe mit weißem Pulver und arabischen Schriftzeichen an die Privatanschriften mehrerer Politiker gesandt. Unklar ist, wie sie an die Adressen gelangten.

Berlin/München - Kurz vor der Bundestagswahl haben Unbekannte Briefe mit weißem Pulver an mehrere Politiker sowie den Ehemann von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Joachim Sauer, geschickt. Betroffen sind nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele sowie die Linke-Abgeordneten Gregor Gysi und Gesine Lötzsch. Das teilten die Polizei, die Politiker selbst oder Parteisprecher mit.

Nach Angaben der Berliner Polizei stellten Kriminaltechniker fest, dass das Pulver ungefährlich ist. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums sagte, die Substanzen würden noch im Detail untersucht. „Nach bisherigen Erkenntnissen bestand aber keine Gefahr für die Empfänger.“ Ein Sprecher der Bundesregierung wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht zu den Vorfällen äußern: "Zu sicherheitsrelevanten Fragen geben wir keine Auskunft", sagte er.

Täter verwendeten fehlerhaftes Arabisch

Teilweise seien auch Rasierklingen beigefügt worden, sagte der Polizeisprecher weiter. Die Briefe hätten zudem arabische Schriftzeichen enthalten - nach Recherchen des WDR unter anderem die Phrase „Allahu Akbar“, „Gott ist groß“. Allerdings sei das verwendete Arabisch fehlerhaft.

Auch der Brief an Ströbele, den der Politiker am Donnerstagnachmittag twitterte, enthielt neben einer Rasierklinge ebefalls einige arabische Worte, darunter „tödlich, nicht berühren“, „Milzbrand“ und „Gott ist groß“. 

Gysi beunruhigt: Woher hatten die Täter die Adressen?

Seehofer sagte zu den Vorfällen: „Ich kann das bestätigen.“ Der Brief sei am Mittwoch bei ihm zu Hause angekommen. „Ich möchte nicht mehr dazu sagen.“

Gysi sagte: „Wenn es sich um eine Drohung handelt, wie es nach dem derzeitigen Erkenntnisstand aussieht, besorgt mich, woher die Absender die privaten Adressen der betroffenen Politikerinnen und Politiker, meine eigene eingeschlossen, haben.“

Der Staatsschutz ermittelt

„Ich bekomme leider sehr viele Drohbriefe“, sagte Ströbele der dpa. Im konkreten Fall gehe er davon aus, dass das Schreiben „eher von der rechten Seite“ komme, die eine falsche Fährte legen wolle. Nach Einschätzung von Fachleuten deuten die arabischen Formulierungen nicht auf einen Muttersprachler hin.

In Berlin übernahm der für Straftaten mit politischem Hintergrund zuständige Staatsschutz die Untersuchungen. Ermittelt werde wegen Störung des öffentlichen Friedens nach Androhung einer Straftat.

dpa/AFP/fn

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