Kanzlerkandidat vermisst Steuer auf Börsengeschäfte

Schulz mahnt bessere Regeln zur Bekämpfung von Steuerbetrug an

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SPD-Wahlkampf mit Kanzlerkandidat Schulz in Hannover.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat angeprangert, dass international agierenden Konzernen in der EU möglich ist, sich das Land auszusuchen, wo sie am wenigsten Steuern zahlen.

Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat den ruinösen Unterbietungswettbewerb der 19 Eurozonen-Mitglieder in Sachen Steuerpolitik angeprangert. Es sei ein Skandal, dass sich international agierende Konzerne das Land aussuchen könnten, in dem sie am wenigsten Steuern zahlen, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). Es fehlten zudem einheitliche Regeln zur Bekämpfung von Steuerflucht und Steuerhinterziehung.

Weiter sagte Schulz: „Dass wir in der Eurozone immer noch Länder haben, wo Begüterte ihr Geld illegal parken können, ist eine Schande. Und dass wir immer noch keine Steuer auf Börsengeschäfte haben auch.“

Schulz sicherte Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron Unterstützung beim Umbau der Eurozone zu. „Ich bin mir mit Macron darin einig, dass wir ein starkes Europa brauchen“, sagte Schulz.

Den öffentlichen Kassen in der EU entgehen Schätzungen zufolge 50 bis 70 Milliarden Euro im Jahr wegen Steuertricks von Unternehmen. Bei neuen Steuervorgaben müssen in der EU alle 28 Staaten zustimmen, Fortschritte gelten daher als besonders schwierig.

dpa

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