Evangelischer Kirchentag in Berlin

Schulz wirbt für Vertrauen in Politik

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Beim 36. Evangelischer Kirchentag in Berlin hat Martin Schulz für Vertrauen in die Politik geworben.

Auf dem Evangelischen Kirchentag, hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz für Vertrauen und Glaubwürdigkeit in die Politik geworben. Theologin Margot Käßmann kritisierte die AfD.

Berlin - "In Situationen, in der es mehr als eine Wahrheit gibt, ist es schwer, Halt zu finden", sagte Schulz am Freitag in Berlin. Vertrauen sei in solchen Situationen besonders wichtig. Die Theologin Margot Käßmann bekräftigte ihre Kritik an der AfD.

Schulz äußerte sich auf einer Veranstaltung des Kirchentags im Berliner Dom über Glaubwürdigkeit in der pluralen Gesellschaft. Ob ein Satz glaubwürdig sei, hänge nicht nur davon ab, wie zuverlässig der Mensch sei, der ihn äußere. Die Frage sei auch, wie es um den Wahrheitsgehalt der Aussage stehe, sagte der SPD-Politiker. Zudem stelle sich die Frage: "Was ist mit dem Bauchgefühl, was ist mit den Zweifeln?"

Politiker haben Schulz zufolge eine besondere Beziehung zur Glaubwürdigkeit. "Wenn ich das Land verändern möchte, muss ich den Bürgern vortragen, was mir vorschwebt", sagte Schulz. Wähler glaubten Politikern im "Idealfall", dass diese ihr Programm auch umsetzten. Umfragen besagten aber "leider", dass nur 15 Prozent der Menschen in Deutschland Politikern vertrauten, räumte er ein.

In einer Schweigeminute gedachten am Freitagmittag die Teilnehmer des Evangelischen Kirchentags jener tausenden Menschen, die in den vergangenen Jahren bei ihrer Flucht vor Krieg und Not ums Leben kamen. Dazu sollten um 12.00 Uhr alle Veranstaltungen unterbrochen werden.

Käßmann äußerte unterdessen ihr Unverständnis darüber, "dass Christen die AfD wählen". Die Herabsetzung von Menschen und den Rassismus in der AfD "halte ich für Christen für nicht akzeptabel", sagte sie im Deutschlandfunk.

Migranten, die nach Deutschland kämen, hätten ein Recht darauf, dass sie hier "ein anständiges Asylverfahren bekommen" und "mit Respekt und Würde behandelt werden". Sie müssten Deutschkurse machen können, hier arbeiten dürfen und sich integrieren können.

Die AfD hingegen stelle infrage, ob der Islam in Deutschland eine Rolle spielen dürfe, ob Menschen muslimischen Glaubens die gleichen Rechte hätten. "Das haben sie", sagte die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und aktuelle Botschafterin der EKD für das Reformationsjubiläum. "Wir sind ein Land mit Religionsfreiheit."

Beim Evangelischen Kirchentag in Berlin hatten am Donnerstag die Vorsitzende der Christen in der AfD, Anette Schultner, und der Berliner Landesbischof Markus Dröge auf einer Veranstaltung diskutiert. Dies hatte im Vorfeld Kritik ausgelöst. Die AfD-Politikerin wurde mehrfach mit Zwischenrufen aus dem Publikum bedacht.

dpa

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