Schwalmstadt: Stadtrat Schwierzeck gibt heute Rathausschlüssel ab

Schließt am heutigen Mittwoch zum letzten Mal das Rathaus ab: der scheidende Erste Stadtrat Detlef Schwierzeck. Morgen wird ihn der neue Bürgermeister Stefan Pinhard ablösen. 	Foto: Seeger
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Schließt am heutigen Mittwoch zum letzten Mal das Rathaus ab: der scheidende Erste Stadtrat Detlef Schwierzeck. Morgen wird ihn der neue Bürgermeister Stefan Pinhard ablösen. Foto: Seeger

Heute: Schwalmstadts Erster Stadtrat Detlef Schiwerzeck gibt den Rathaus-Schlüssel ab. Morgen übernimmt der neue Bürgermeister Stefan Pinhard.

Schwalmstadt. Wenn die Mitarbeiter der Stadtverwaltung am heutigen Mittwoch Feierabend machen, dann knipst einer von ihnen zum letzten Mal das Licht aus – und zwar im Chefzimmer. Erster Stadtrat Detlef Schwierzeck hatte das Bürgermeister-Büro bezogen, als die größte Stadt im Landkreis ihn am dringendsten brauchte. Es war Pfingsten 2015 als sich Schwierzeck im Urlaub befand. Plötzlich klingelte sein Smartphone. Die Stadtverwaltung ließ Schwierzeck wissen: "Du musst heute Abend die Magistratssitzung leiten. Der Bürgermeister ist mit Kopfschmerzen nach Hause gegangen." Was damals noch niemand ahnte: Für Bürgermeister Dr. Gerald Näser war es der Beginn zur Aufklärung seiner schweren Krankheit, an deren Folgen er im Juni 2016 viel zu früh mit nur 52 Jahren verstarb. Als Schwierzeck in die Bresche sprang, konnte er nicht wissen, dass seine Vertretung insgesamt 18 Monate andauern und er fortan Chef von 270 Mitarbeitern sein wird. Nachdem die CDU-Fraktion Näsers schreckliches Krebsleiden öffentlich bekannt gemacht hatte, übernahm der Erste Stadtrat im Juni halbtags und kommissarisch die Aufgaben des Bürgermeisters.

Schwierzeck vermied Stillstand in Schwalmstadt

Doch schnell wurde klar: Möchte man vermeiden, dass es in Schwalmstadt an vielen Stellen zum Stillstand kommt, dann reicht auch der halbtägige Einsatz Schwierzecks nicht aus. "Außerdem habe ich gemerkt, dass ich mich kaputtmache", verrät der 60-Jährige, dem der Spagat zwischen seinem Beruf in den Hephata-Werkstätten und dem Ehrenamt als stellvertretender Bürgermeister  viel abverlangte. Nach der Kommunalwahl im März dieses Jahres ließ sich Schwierzeck von der Hephata Diakonie schließlich ganz freistellen. "In vielen Zwölf- oder 14-Stunden-Tagen habe ich oft an sieben Tagen in der Woche repräsentative Termine wahrgenommen", zieht der Sozialdemokrat Bilanz. In Erinnerung bleibt aber vor allem Schwierzecks Wahlkampf um das Bürgermeisteramt. Denn als der SCHWÄLMER BOTE Interviews mit allen drei Bewerbern führen wollte, kam Schwierzeck lieber zu Besuch in die Redaktion. "Ich will mich nicht im Büro und erst recht nicht am Schreibtisch fotografieren lassen", sagte die Vertretung aus Respekt vor den Angehörigen des verstorbenen Bürgermeisters. Und auch ansonsten machte sich der Treysaer nie größer, als er war. So zahlte er beispielsweise am Eingang zum Weindorf den Eintritt wie jeder andere Gast auch. Aber welche war eigentlich die schönste Erfahrung in der oft aufwühlenden, intensiven Zeit als Verwaltungschef? "Ich habe noch einmal einen ganz anderen Bezug zu meiner Heimat bekommen. Es war eine wirklich spannende Erfahrung", resümiert Schwierzeck. Auch, wenn sein Privatleben dabei viel zu kurz gekommen sei.

Mehr Zeit für die eigenen Hobbys

Immerhin: Künftig kann Schwierzeck wieder mit seiner Ehefrau Petra tanzen gehen und mit Freunden Berg-routen besprechen, die sie dann gemeinsam bewandern können. Und wenn er nach der Arbeit, die er zum Donnerstag in der Ziegenhainer Hephata-Werkstatt aufnimmt, Entspannung braucht, dann wird er nach 18 Monaten zum ersten Mal wieder einen Roman oder einen Krimi in die Hände nehmen.Am heutigen Mittwoch, dem letzten Tag vor dem Amtsantritt des neuen Bürgermeisters schließt Schwierzeck zum letzten Mal die Tür zum Bürgermeister-Büro ab. Den Schlüssel wird er anschließend abgeben, ebenso wie die Verantwortung für das Amt. Denn beides hat ab morgen Stefan Pinhard.

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