Shabaz Sharif soll Nawaz Sharif folgen

Pakistans neuer Premier: Es ändern sich nur vier Buchstaben

Nawaz Sharif (r.): Sein Bruder Shahbaz (l) soll nun Regierungschef werden.
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Nawaz Sharif (r.): Sein Bruder Shahbaz (l) soll nun Regierungschef werden.

Nach der Amtsenthebung von Pakistans Ministerpräsident Nawaz Sharif durch das Oberste Gericht am Freitag, hat die Regierungspartei PML-N ihren neuen Kandidaten für das Amt bestimmt.

Islamabad - Nächster Premier des Landes soll nun der jüngere Bruder von Nawaz Sharif, Shabaz Sharif (65), werden, sagte am Samstag der geschasste Premier in einer Pressekonferenz. Shabaz Sharif muss in einer Sitzung des Parlaments noch formal gewählt werden. PML-N hat eine Mehrheit, so dass eine problemlose Machtübergabe erwartet wird.

Nawaz Sharif war am Freitag nach einer einstimmigen Entscheidung von fünf Richtern des Obersten Gerichtes des Amtes enthoben worden. Die Entscheidung stand in Zusammenhang mit Dokumenten, die mit dem internationalen Panama-Papers-Skandal aufgetaucht waren. In den Papieren standen Namen von Sharifs Kindern, nicht aber sein eigener.

Wahl garantiert Fortführung von Nawaz Sharifs Politik

Shahbaz Sharif ist der jüngere Bruder von Nawaz und zurzeit Regierungschef der größten Provinz des Landes, Punjab, die mehr als 100 Millionen Einwohner hat und Machtbasis des Sharif-Klans ist. Seine Wahl garantiert die Fortführung von Nawaz Sharifs Politik. Um Ministerpräsident zu werden, müsste er erst Mitglied des Parlaments werden. Deshalb wird es einen Interims-Premier geben: den bisherigen Minister für Petroleum und Natürliche Ressourcen, Shahid Khaqan Abbasi, einen langjährigen Vertrauten von Nawaz Sharif.

Shabaz Sharif ist als kompetenter Verwalter bekannt. In Punjab, wo er zum dritten Mal Chef-Minister ist, hat er große Infrastrukturprojekte und Programme für Bildung und Gesundheit umgesetzt. Er soll auch gute Beziehungen zum mächtigen Militär haben. Die Öffentlichkeit weiß von zwei Ehefrauen, es gibt Gerüchte über weitere Ehen. Polygamie ist in Pakistan erlaubt, aber nicht unumstritten. Muslimische Männder dürfen bis zu vier Frauen heiraten.

dpa

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