Außenminister erlaubt sich Seitenhieb

Nach CDU-Forderung: Gabriel gibt Auskunft über Essen mit Putin

+
Informiert über ein Abendessen mit Wladimir Putin: Sigmar Gabriel stellt sich auf die Seite von SPD-Genosse Gerhard Schröder.

Die CDU will von SPD-Politiker Sigmar Gabriel Aufklärung über ein Essen mit Wladimir Putin und Gerhard Schröder. Der Außenminister reagiert: im Dialog mit den Bürgern und mit einem Seitenhieb.

Berlin - Außenminister Sigmar Gabriel hat Altkanzler Gerhard Schröder (beide SPD) gegen Unionskritik wegen seiner guten Kontakte zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinen Ambitionen beim Staatskonzern Rosneft verteidigt. „Die CDU findet das super, wenn Gerhard Schröder einen guten Kontakt zu Herrn Putin hat, um gefangene deutsche Offiziere aus den Händen russischer Separatisten zu befreien“, sagte der Außenminister. „Und wenn er Kontakte hat zu einem russischen Unternehmen, bei dem er aufgefordert wird, in den Aufsichtsrat zu gehen, dann ist das ein Weltuntergang.“

Gabriel: „Wir befinden uns in Kaltem Krieg 2.0“

Weil Schröder Aufsichtsrat beim russischen Staatskonzern Rosneft werden will, hatte die Union von Gabriel Aufklärung über ein gemeinsames Essen Anfang Juni in Petersburg verlangt. Gabriel zufolge wurde an diesem Abend unter anderem über zwei militärische Themen gesprochen. Zum einen sei es um Erkenntnisse gegangen, wonach Russland den russisch-amerikanischen INF-Vertrag zum Verbot von landgestützten nuklearen Mittelstreckenraketen verletzt. Zum anderen sei darüber gesprochen worden, wie in der Ost-Ukraine zumindest ein Waffenstillstand erreicht werden könne.

Wegen Rosneft-Engagements: Scheuer schießt gegen Ex-Kanzler Schröder

CDU-Politiker Hardt bittet um Aufklärung

Über das Abendessen hatte Unions-Außenpolitiker Jürgen Hardt (CDU) in einem Bild am Sonntag vorliegenden Brief an Gabriel geschrieben: „Um jeden Zweifel an einer Verquickung von persönlichen Geschäftsinteressen von Bundeskanzler a.D. Schröder und Ihren Amtspflichten auszuschließen, hielte ich es für wichtig, dass wir Außenpolitiker über den genauen Inhalt dieses Treffens informiert werden.“

Besonders interessiere ihn, „ob die Neubesetzung des Aufsichtsrats von Rosneft seinerseits Thema des Treffens in Sankt Petersburg war“ und wann Gabriel zum ersten Mal von dem Vorschlag gehört habe, dass Schröder „für eine wichtige Position im russischen Staatskonzern vorgesehen ist“. Darüber sagte Gabriel bei dem Bürgergespräch am Sonntag nichts. Die Personalie Schröder ist auch deshalb umstritten, weil Rosneft mit EU-Sanktionen belegt ist, die wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim beschlossen wurden.

CDU-Präsidium: SPD schürt Ressentiments gegen USA

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Neues Freihandelsabkommen zwischen USA und Südkorea

US-Präsident Donald Trump und Südkoreas Staatschef Moon Jae In haben am Montag in New York ein neues gemeinsames Freihandelsabkommen für beide Länder unterzeichnet.
Neues Freihandelsabkommen zwischen USA und Südkorea

Kremlkritiker Nawalny nach  Entlassung gleich wieder im Knast

Dritte Festnahme Nawalnys seit Mitte Juni: Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny ist am Montag sofort nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis erneut …
Kremlkritiker Nawalny nach  Entlassung gleich wieder im Knast

Geht Trumps nächster Minister? - Treffen könnte Entscheidung bringen

Donald Trump hält an seinem Kandidaten für den Supreme Court der USA fest - trotz schwerer Vorwürfe. Derweil droht der nächste Minister seinen Posten zu verlieren. Der …
Geht Trumps nächster Minister? - Treffen könnte Entscheidung bringen

Ende der Krise in Aussicht? US-Prediger Brunson womöglich vor Freilassung

Deutsche Politiker sagen reihenweise das geplante Staatsbankett für den türkischen Präsidenten Erdogan ab. Derweil deutet sich ein Durchbruch zwischen den USA und der …
Ende der Krise in Aussicht? US-Prediger Brunson womöglich vor Freilassung

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.