Simbabwe:

Mugabes Nachfolger Mnangagwa verspricht Jobs und Demokratie

Mit geballter Faust grüßt Emmerson Mnangagwa (M) seine Unterstützer vor dem Hauptquartier der Regierungspartei Zanu-PF in Harare. Foto: Ben Curtis
1 von 6
Mit geballter Faust grüßt Emmerson Mnangagwa (M) seine Unterstützer vor dem Hauptquartier der Regierungspartei Zanu-PF in Harare. Foto: Ben Curtis
Parlamentspräsident Jacob Mudenda kündigt am Dienstag in Harare den Rücktritt von Präsident Mugabe an. Foto: Str/AP
2 von 6
Parlamentspräsident Jacob Mudenda kündigt am Dienstag in Harare den Rücktritt von Präsident Mugabe an. Foto: Str/AP
Simbabwer feiern in Harare die Rücktrittserklärung von Präsident Mugabe. Foto: Ben Curtis
3 von 6
Simbabwer feiern in Harare die Rücktrittserklärung von Präsident Mugabe. Foto: Ben Curtis
Robert Mugabe, hier Ende 2012, hatte Simbabwe seit 1980 regiert. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi
4 von 6
Robert Mugabe, hier Ende 2012, hatte Simbabwe seit 1980 regiert. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi
Der Rücktritt des Langzeitpräsidenten hat bei vielen Simbabwern Freude ausgelöst. Foto: Ben Curtis
5 von 6
Der Rücktritt des Langzeitpräsidenten hat bei vielen Simbabwern Freude ausgelöst. Foto: Ben Curtis
Viele Simbabwer setzen große Hoffnungen in Emmerson Mnangagwa. Foto: Ben Curtis
6 von 6
Viele Simbabwer setzen große Hoffnungen in Emmerson Mnangagwa. Foto: Ben Curtis

Nach dem Rücktritt von Präsident Mugabe übernimmt der Nachfolger schnell die Geschäfte. Doch ein radikaler Umbruch in Simbabwe scheint unwahrscheinlich: "Das Krokodil" Mnangagwa ist ein alter Weggefährte Mugabes.

Harare (dpa) - Nach dem Rücktritt von Simbabwes Langzeitpräsident Robert Mugabe hat dessen designierter Nachfolger Emmerson Mnangagwa seinen Anhängern Demokratie und Wirtschaftswachstum versprochen. Der frühere Vizepräsident soll am Freitag vereidigt werden.

Seine Regierung werde sich für Frieden, Wachstum und Arbeitsplätze einsetzen, sagte der 75-Jährige nach der Rückkehr aus dem selbst gewählten Exil vor Hunderten jubelnden Anhängern in Harare.

Mugabe (93) hatte ihn Anfang November als Vize entlassen. Mnangagwa floh daraufhin aus Angst um seine Sicherheit nach Südafrika. Er hat den Rückhalt der Regierungspartei Zanu-PF und der Militärführung, die in der vergangenen Woche geputscht hatte. Mugabe war am Dienstag nach fast vier Jahrzehnten an der Macht zurückgetreten. Damit war er einem Amtsenthebungsverfahren des Parlaments zuvorgekommen.

Mnangagwa soll das Land im südlichen Afrika wohl bis zu den ohnehin bis spätestens August 2018 geplanten Wahlen führen. Ob er die Opposition an der Übergangsregierung beteiligen wird und wie schnell das Militär die Macht wieder einer zivilen Führung übergeben wird, blieb zunächst unklar. Vor seiner Abreise aus Südafrika traf Mnangagwa am Morgen noch mit Präsident Jacob Zuma zusammen.

Der unter dem Spitznamen "Das Krokodil" bekannte Mnangagwa ist seit Jahrzehnten führendes Mitglied der politischen Elite Simbabwes. Der Hardliner gilt als Verbündeter des Militärs. Er hat unter Mugabe unter anderem den Geheimdienst und das Justizministerium geführt.

Oppositionsführer Morgan Tsvangirai forderte, schnellstmöglich freie und faire Wahlen abzuhalten, um aus Simbabwe wieder eine erfolgreiche Demokratie zu machen. Auch Vertreter der internationalen Gemeinschaft verlangten eine rasche Rückkehr zur Demokratie. "Der Weg vorwärts muss zu freien und fairen Wahlen führen", erklärte US-Außenminister Rex Tillerson. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte über Twitter, Deutschland wolle die Erneuerung Simbabwes "gemeinsam mit unseren europäischen und internationalen Partnern" unterstützen.

Mugabe hatte Mnangagwa Anfang des Monats gefeuert, was weithin als einer der Auslöser des Militärputsches vom 15. November gesehen wurde. Das Militär stellte Mugabe unter Hausarrest, woraufhin sich seine bisherigen Unterstützer in Windeseile von ihm abwandten.

Der Putsch der Generäle wurde nach Meinung von Experten auch dadurch ausgelöst, dass Mugabe seine unbeliebte Frau Grace (52) als seine Nachfolgerin etablieren wollte. Bislang ist noch unklar, ob Mugabe in Simbabwe bleiben wird und ob ihm möglicherweise von der Militärführung Straffreiheit zugesichert wurde.

Mugabe war in dem Land im südlichen Afrika seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 an der Macht, zunächst als Premierminister und seit 1987 als Präsident. Seine Regierungsführung wurde mit den Jahren zunehmend autoritärer. Unter seiner Führung wurde aus der wohlhabenden Kornkammer der Region ein Armenhaus.

Stellungnahme des US-Außenministers (Englisch)

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Zentralratspräsident warnt Juden vor Tragen der Kippa

Im großstädtischen Milieu lieber nicht: Der Zentralratspräsident Schuster warnt Juden davor, sich in deutschen Großstädten offen zu ihrer Religion zu bekennen.
Zentralratspräsident warnt Juden vor Tragen der Kippa

AfD befürchtet Islamisierung an Gymnasium - wegen Detail auf Abiball-Einladung

Die Abiball-Einladung einer Kasseler Schule sorgt für Aufregung. Die AfD befürchtet, dass Schülern muslimische Bräuche aufgezwungen werden - der Rektor spricht dagegen …
AfD befürchtet Islamisierung an Gymnasium - wegen Detail auf Abiball-Einladung

Spahn will Abbau von Krankenkassen-Rücklagen

Der erste große Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Spahn hat es in sich: Die Beitragszahler sollen spürbar weniger zahlen müssen. Bei den Krankenkassen herrscht …
Spahn will Abbau von Krankenkassen-Rücklagen

Ex-Präsident Bush mit 93 Jahren auf der Intensivstation

Vor einer Woche war seine Frau Barbara Bush im Alter von 92 Jahren gestorben. Nun liegt der frühere US-Präsident George H.W. Bush auf der Intensivstation einer Klinik in …
Ex-Präsident Bush mit 93 Jahren auf der Intensivstation

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.