Knapp vor der Amtsenthebung

Nach 37 Jahren an der Macht: Simbabwes Präsident Mugabe tritt zurück

Bislang wollte Simbabwes Präsident Mugabe seinen Posten nicht räumen.
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Bislang wollte Simbabwes Präsident Mugabe seinen Posten nicht räumen.

Das Militär hatte den Langzeitpräsidenten in der vergangenen Woche unter Hausarrest gestellt. Seit 1980 regiert der mittlerweile 93-Jährige das Land. Bisher hatte er allerdings alle Rücktrittsforderungen ignoriert.

Nach fast vier Jahrzehnten an der Macht hat Simbabwes Präsident Robert Mugabe seinen Rücktritt erklärt. Das gab Parlamentspräsident Jacob Mudenda am Dienstag bekannt, nachdem sich das Parlament in der Hauptstadt Harare versammelt hatte, um Mugabe (93) des Amtes zu entheben. Die Ankündigung kam knapp eine Woche nach einem unblutigen Militärputsch. Der Staatschef war unter Hausarrest gestellt worden.

Am Sonntagnachmittag hatte bereits der Vorstand der Regierungspartei Zanu-PF Mugabe als Parteivorsitzenden abgewählt und ihn zum Rücktritt aufgefordert. Am Samstag hatten Zehntausende Menschen in der Hauptstadt Harare friedlich gegen Mugabe demonstriert und einen politischen Neuanfang gefordert.

Die Regierungspartei nominierte den in der vergangenen Woche von Mugabe geschassten früheren Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa (75) als Nachfolger des 93-Jährigen. Der unter dem Spitznamen „Krokodil“ bekannte Mnangagwa ist seit Jahrzehnten führendes Mitglied der politischen Elite. Er gilt als Hardliner und hat unter Mugabe unter anderem den Geheimdienst und das Justizministerium geführt.

Der Putsch der Generäle um Generalstabschef Constantino Chiwenga wurde nach Meinung von Experten ausgelöst durch die Entlassung Mnangagwas und die Bemühungen des Staatschefs, seine unbeliebte Frau Grace (52) als Nachfolgerin zu etablieren. Sie ist bekannt für ihr impulsives Verhalten, teure Kleider und extravagante Shopping-Reisen und wird oft spöttisch „Gucci Grace“ genannt.

Mugabe ist in dem Land im südlichen Afrika seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 an der Macht, zunächst als Premierminister und seit 1987 als Präsident. Unter seiner Führung wurde aus der wohlhabenden Kornkammer der Region ein Armenhaus.

dpa

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