Tritt der Staatschef doch selbst zurück?

Simbawe: Designierter Nachfolger Mnangagwa fordert Rücktritt Mugabes

+
Der Machtkampf in Simbabwe geht weiter. Simbabwes noch Vize-Präsident Emmerson Mnangagwa (links) hat Staatschef Mugabe (rechts) nun zum Rücktritt aufgefordert.

Die Situation in Simbabwe spitzt sich weiter zu: Staatschef Mughabe hat die Rücktrittsfrist seiner Partei verstreichen lassen. Sein Nachfolger fordert den Langzeitpräsidenten nun auf, endlich zurückzutreten. 

Harare - Der von Simbabwes Regierungspartei als Nachfolger von Präsident Robert Mugabe ausgewählte Politiker Emmerson Mnangagwa hat den sofortigen Rücktritt des greisen Staatschefs gefordert. Aus Angst um seine Sicherheit bleibe er zunächst weiter im Ausland, erklärte der Anfang November von Mugabe geschasste frühere Vizepräsident am Dienstag. Er habe mit Mugabe gesprochen und ihm geraten, aus freien Stücken zu weichen, solange er es noch könne, denn sonst drohe ihm ein „demütigender“ Abgang. „Der Wille des Volkes wird sich definitiv gegen den einer Person durchsetzen“, so Mnangagwa.

Das Militär hatte in Simbabwe Mitte vergangener Woche die Macht übernommen und Mugabe (93) unter Hausarrest gestellt. Die Militärführung drängt ihn zum Rücktritt. Die Regierungspartei Zanu-PF wählte Mugabe am Sonntag als Vorsitzenden ab und schloss ihn aus der Partei aus. Als Nachfolger wurde - in Abwesenheit - Mnanagagwa (75) gewählt. Er genießt auch die Unterstützung des Militärs. Trotz Massenprotesten und des Verlusts der Unterstützung seiner Partei weigert sich Mugabe jedoch weiterhin zurückzutreten.

Im Parlament wollten die Abgeordneten der Zanu-PF am Dienstag ein Amtsenthebungsverfahren gegen Mugabe beginnen. Es könne innerhalb von 48 Stunden abgeschlossen werden, so ein Abgeordneter. Andere Experten warnten indes, es könnte deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Visegrad-Staaten erteilen dem Asyl-Sondergipfel eine Abfuhr

Die mitteleuropäische Staatengruppe hält an ihren umstrittenen Positionen zur Migrations- und Asylfrage fest. Der Asyl-Sondergipfel in Brüssel interessiert sie nicht. …
Visegrad-Staaten erteilen dem Asyl-Sondergipfel eine Abfuhr

Telekom Tochter will in Deutschland 6000 Stellen streichen

Die Telekom-Tochter T-Systems, die sich um Großkunden kümmert, will bis 2021 rund 6000 Arbeitsplätze in Deutschland streichen.
Telekom Tochter will in Deutschland 6000 Stellen streichen

Miserables Zeugnis für die große Koalition nach 100 Tagen

Die ersten 100 Tage sind eine Art Schonfrist für eine neue Regierung. Aber auch ein Anlass, um schon mal eine erste Bilanz zu ziehen. Die fällt eindeutig aus.
Miserables Zeugnis für die große Koalition nach 100 Tagen

Türkei verweigert deutschem Wahlbeobachter die Einreise

Der Linken-Abgeordnete Hunko war schon beim Referendum in der Türkei Wahlbeobachter. Anschließend geriet er in die Kritik der Regierung. Nun wollte er für die OSZE …
Türkei verweigert deutschem Wahlbeobachter die Einreise

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.