Erkenntnisse des FBI

Perfides Netzwerk: So versorgt der IS potenzielle Terroristen mit Geld

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der IS Terrorismus auf der ganzen Welt finanziert. Dabei wird die Terrormiliz immer kreativer.

New York - Mit vorgetäuschten Käufen über Ebay und Paypal soll die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen Terrorverdächtigen in den USA mit Geld versorgt haben. Das berichtete das Wall Street Journal (Donnerstag) unter Berufung auf eine eidesstattliche Erklärung des FBI. Demnach gab ein etwa 30 Jahre alter Verdächtiger vor, Drucker auf Ebay zu verkaufen. Von mit dem IS verbundenen Personen habe er über Paypal 8700 US-Dollar (rund 7400 Euro) erhalten. Das Geld soll er nach FBI-Angaben für einen Laptop, ein Mobiltelefon und eine VPN-Verbindung ausgegeben haben, um so mit dem IS zu kommunizieren. Auch über Produktpiraterie und Zigarettenschmuggel finanzierten sich diverse Terror-Organisationen bereits. 

Weltweites Geldtransfer-Netzwerk

2016 sei der Mann, der der Terrormiliz die Treue geschworen habe, in Maryland festgenommen worden, hieß es in dem Bericht weiter. Er sei dem FBI zufolge Teil eines weltweiten Geldtransfer-Netzwerks, das auch Vertreter in Großbritannien und Bangladesch gehabt haben soll. Auch dort seien mehrere Menschen in Verbindung mit dem Fall festgenommen worden. Der festgenommene Amerikaner sagte dem FBI, er habe gewusst, dass mit dem Geld ein Terroranschlag in den USA finanziert werden sollte. Er habe aber nie einen Anschlag geplant. Auch in Deutschland gab es bereits Anti-Terror-Razzien, bei denen es um Terror-Finanzierung ging.  

Ebay und Paypal wollen Machenschaften verhindern

Ein Ebay-Sprecher sagte dem Wall Street Journal: „Wir haben null Toleranz gegenüber kriminellen Aktivitäten auf unserem Marktplatz.“ Das Online-Auktionshaus arbeite in dem Fall mit den Behörden zusammen. Ein Sprecher von Paypal sagte der Zeitung, das Unternehmen investiere „beträchtliche Zeit und Ressourcen darauf, terroristische Aktivitäten auf unserer Plattform zu unterbinden“.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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