Sommerlad-Betriebsrat von Woide und Lübcke schwer enttäuscht

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Große Ernüchterung nach einem Gespräch mit Fuldas Landrat und dem Kasseler Regierungspräsidenten. Für Montag Demo vor Landratsamt und FZ geplant.

Petersberg. Am gestrigen Mittwoch fand der vom Betriebsrat des Möbelunternehmens "Sommerlad" lange erwartete Termin zwischen Fuldas  Landrat Woide,  dem Kasseler Regierungspräsidenten  Dr. Walter Lübcke und eben dem Betriebsrat im Fuldaer Landratsamt statt. "In großer Hoffnung, etwas Neues und Greifbares zum Thema Standortalternativen zu erfahren, hatte der Betriebsrat um diesen Termin gebeten. Diese Hoffnung wurde jedoch schnell enttäuscht und wich einer großen Ernüchterung", sagte "Sommerlad"-Betriebsratsvorsitzender Karsten Simon zu "Fulda aktuell".  "Es wurden erneut nur die schon bekannten  "sogenannten" Alternativen aufgezählt  - ein Verbleib am jetzigen Standort oder ein Neubau an den Kaiserwiesen. Diese kommen aber aus folgenden, auch  Herrn Woide bekannten  Gründen, nicht in Frage", sagt Simon.

Der jetzige Standort wird in dem Gutachten von Lademann und Partner wie folgt kritisch bewertet. Zitat: "Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Vorhabenkonzept der Neugestaltung des Möbelhauses zwar an einigen Stellen eine Verbesserung erreicht. Mit den grundsätzlichen Defiziten der 30 Jahre alten Immobilie beschäftigt sich das An- und Umbaukonzept allerdings nicht. Die Ansprüche an ein modernes Einrichtungshaus können – auch bei Inkaufnahme gewisser Abstriche – weder von der Bestandsimmobilie noch nach erfolgtem Umbau bedient werden. Hieraus lässt sich der Bedarf nach einem Neubau ableiten." (Gutachten S.37)

Der Standort Kaiserwiesen werde zwar von den Gutachtern aus städtebaulicher Sicht  positiv bewertet, es wird aber festgestellt, dass die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben sei. In einer Besprechung am 5. Juli 2016 mit der Geschäftsleitung  und dem Landrat hatte auch der zuständige Amtsleiter Günkel, die verkehrliche Erschließung kritisch gesehen. Ähnlich sah das auch Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner in einer weiteren Sitzung am 20. Juli 2016.

"Bittere Wahrheit ist, dass wir vom Regierungspräsidenten und Landrat keine Unterstützung erhalten werden. Eine Änderung ihrer bisherigen Haltung zum Neubau war nicht zu erkennen. Neue Lösungsvorschläge - außer den schon altbekannten und schon erledigten -  hatten sie nicht zu bieten. Somit bleibt uns nur die Hoffnung, dass der Zentralausschuss der Regionalversammlung den Härtefall anerkennt, dem Abweichungsantrag zustimmt und 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht unverschuldet ihren Arbeitsplatz verlieren", so Simons Fazit.

"Wir, der Betriebsrat, bitten  nochmal alle politischen Akteure , sich nicht nur mit den Gründen zu beschäftigen die eine Ablehnung begründen würden, sondern auch nach Gründen zu suchen, die einer Zustimmung zu einer Ausnahme im Regionalplan zulassen. Wenn man sich dies zu eigen  machen würde, dürfte Einiges für diese Ausnahme sprechen. In anderen Regierungsbezirken wird doch auch so verfahren. Dort kämpfen die politischen Akteure wirklich um Arbeitsplätze", so der Appell des "Sommerlad"-Betreibsrates.

Am kommenden Montag, 22. August, wird um 7.30 Uhr eine Demonstration zur " Causa Sommerlad" stattfinden. Diese beginnt am Landratsamt und endet vor dem Gebäude der "Fuldaer Zeitung". Mit einem Flyer wirbt der "Sommerlad"-Betriebsrat um Solidarität und ruft auch die übrige Bevölkerung zur Teilnahme auf. "Wir würden uns freuen, wenn uns möglichst viele Bürgerinnen und Bürger bei dieser Demo unterstützen", so Simon abschließend.

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Als "Klarstellung" erreichte uns von Harald Merz, Persönlicher Referent des Regierungspräsidenten, folgendes Statement:

"Zur Richtigstellung des zeitlichen Ablaufes betreffend des Gesprächs mit dem Betriebsrates der Firma Sommerlad in Fulda möchte ich im Auftrag von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke  folgendes mitteilen:

Der Termin wurde im Auftrage des Landrates Woide während des Urlaubes von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke vereinbart. Der Termin wurde mit uns am 11. August 2016 vereinbart und Herr Dr. Lübcke nahm am 15. August 2016 die Amtsgeschäfte nach seinem Urlaub wieder auf. Am 16. August 2016 war er zu Gesprächen in Wiesbaden und bereits am 17. August 2016 morgens konnte er zusammen mit Landrat Woide mit dem Betriebsrat reden.

Wir denken doch, dass dieses kein "lang erwarteter" Termin war, sondern vielmehr zeitnahes Handeln und Gesprächsbereitschaft signalisiert.

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