FPÖ als Vorbild

“Sonst wird AfD über Tisch gezogen“: Diesen Rat gibt Gauland seiner Partei

+

Der Vorsitzende der AfD im Bundestag, Alexander Gauland, rät seiner Partei. eine bestimmte Strategie zu fahren - und sich dabei die FPÖ in Österreich zum Vorbild zu nehmen. 

Der Vorsitzende der AfD im Bundestag, Alexander Gauland, rät seiner Partei, nicht voreilig an die Macht zu streben. Der Tag für die Übernahme von Regierungsverantwortung werde zwar kommen. „Das können wir aber erst, wenn wir auf Augenhöhe mit den anderen Parteien sind, wie unsere österreichischen Partner von der FPÖ“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). „Die AfD sollte die Regierungsperspektive nicht zu früh anpeilen, sonst wird sie über den Tisch gezogen.“

Kandidiert Gauland für Parteivorsitz?

Mit Blick auf den AfD-Parteitag am Wochenende ließ Gauland erneut offen, ob er für den Parteivorsitz kandidiert. Auf die Frage, ob auch Vertreter des ganz rechten Flügels in den Vorstand kommen sollten, sagte er, darin müsse das ganze Spektrum der Partei abgebildet sein.

Der Bewerber um den AfD-Parteivorsitz, Georg Pazderski, will seine militärische Berufserfahrung in die Führung der rechtspopulistischen Partei einbringen. „Natürlich sind meine Erfahrungen aus 41 Jahren Bundeswehr hilfreich“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Bei meinen multinationalen Tätigkeiten in den USA und in Brüssel war neben klarer Führung auch viel diplomatisches Fingerspitzengefühl gefragt.“

Er fügte mit Blick auf die Konflikte um den Rechtsaußenflügel an: „Ein erfolgreicher militärischer Grundsatz ist auch, immer eine eindeutige rechte und linke Grenze zu ziehen, innerhalb der man sich bewegt. Das verhindert Missverständnisse und schützt einen vor vermeidbarem Beschuss.“

Gauland will verhindern, dass der als gemäßigt geltende Berliner Landesvorsitzende Pazderski für die Doppelspitze gewählt wird. Alice Weidel, die gemeinsam mit Gauland die Bundestagsfraktion leitet, sprach sich dagegen klar für Pazderski aus. Dieser sieht möglichen Konflikten am Wochenende gelassen entgegen. „Es ist ganz normal, dass ein Konkurrenzkampf stattfindet. Dass man versucht, sich zu positionieren“, sagte Pazderski im ARD-„Morgenmagazin“ am Freitag.

Seit dem Abgang der Co-Vorsitzenden Frauke Petry hat die AfD nur noch Jörg Meuthen allein als Vorsitzenden. Der rechtsnationale Parteiflügel möchte, dass dies auch so bleibt.

Alle Neuigkeiten rund um die Regierungsbildung lesen Sie in unserem News-Ticker.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Umfrage: CSU käme bundesweit auf 18 Prozent

Bezogen auf ganz Deutschland hatte die CSU bei der vergangenen Bundestagswahl 6,2 Prozent der Stimmen geholt. Sollte die bayerische Regionalpartei bundesweit antreten, …
Umfrage: CSU käme bundesweit auf 18 Prozent

Asylstreit: Merkel sucht unter Hochdruck europäische Lösung

Der Streit in der Union über Zurückweisungen an den Grenzen ist nur vertagt. Kanzlerin Merkel hat jetzt zwei Wochen Zeit, um in der EU bilaterale Asylabkommen zu …
Asylstreit: Merkel sucht unter Hochdruck europäische Lösung

Wachsender Widerstand gegen Trumps Ausländerpolitik

Kinder in Drahtkäfigen: Solche Bilder steigern die Kritik an Trumps umstrittener Migrationspolitik. Doch - was für die Mehrheit der Amerikaner völlig inakzeptabel …
Wachsender Widerstand gegen Trumps Ausländerpolitik

Kippa-Träger mit Gürtel attackiert: Prozessbeginn in Berlin

Mehrmals schlägt der junge Mann mit seinem Gürtel zu und trifft sein Opfer mit der Gürtelschnalle. Dabei ruft er auf Arabisch "Jude". Rund zwei Monate nach dem Angriff …
Kippa-Träger mit Gürtel attackiert: Prozessbeginn in Berlin

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.