Skandinavien an der Spitze

Soziale Ungerechtigkeiten in der EU nehmen tendenziell ab

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Arbeitslose stehen in einer Schlange vor einem Jobcenter in Madrid. Foto: Juanjo Martin/Archiv

Wie gerecht geht es in der EU zu? Nach einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung verbessert sich die Situation tendenziell. Doch es gibt gewaltige Unterschiede zwischen den Nord- und Südländern. Und auch in Deutschland läuft nicht alles rund.

Gütersloh (dpa) - Die Chancengerechtigkeit im Hinblick auf Jobs, Bildung oder medizinische Versorgung ist in den EU-Ländern weiter stark unterschiedlich ausgeprägt - insgesamt aber verbessert sich die Situation.

Das zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zur sozialen Gerechtigkeit. Danach stehen Dänemark, Schweden und Finnland an der Spitze. Auf einer Skala von 0 bis 10 kommen die Länder auf einen Wert von über 7. Schlusslichter sind Rumänien und Griechenland mit einem Wert unter 4. Deutschland landet mit einem Wert von 6,7 auf Rang sieben im vorderen Feld.

"Wir definieren soziale Gerechtigkeit als Chancengerechtigkeit, dass jeder entsprechend seinen Fähigkeiten bestmöglich an der Gesellschaft teilnehmen kann unabhängig von seinem sozialen Hintergrund", erklärte Daniel Schraad-Tischler von der Bertelsmann-Stiftung.

Im zentralen Bereich Arbeitsmarkt gab es 2016 im Vergleich zu den Vorjahr eine Verbesserung: In 26 von 28 EU-Ländern ging es am Arbeitsmarkt aufwärts. Die Forscher sahen sich beim Arbeitsmarkt elf Indikatoren an - neben der Arbeitslosen- und Beschäftigungsquote analysierten sie etwa die Chancen von Menschen im Niedriglohnbereich. Dabei gab es große Unterschiede zwischen den Ländern. Ein Beispiel: Während beim Spitzenreiter Deutschland die Jugendarbeitslosigkeit 2016 bei 7,1 Prozent lag, kam Schlusslicht Griechenland auf 47,3 Prozent. Auch dort entspannte sich die Lage aber etwas, lag der Wert 2013 noch bei 58,3 Prozent.

"Dadurch, dass die Chancen am Arbeitsmarkt besser geworden sind, hat sich die Einkommenssituation zum Teil verbessert und dadurch nimmt wiederum der Anteil von an Armut bedrohten Menschen ab", erklärte Schraad-Tischler. Waren 2016 noch 23,4 Prozent der Menschen in der EU von Armut bedroht - waren es 2013 noch 24,7. Von Armut bedroht ist danach jeder, der sich elementare Grundbedürfnisse wie eine angemessen beheizte Wohnung nicht leisten kann.

Auch wenn Deutschland beim EU-weiten Vergleich mit Rang 7 relativ weit vorne liegt, gibt es Probleme: So hat sich laut der Studie der Anteil der Menschen, die von Armut bedroht sind, in den letzten Jahren kaum verringert. Ihr Anteil lag 2016 bei 16,5 Prozent, ein Jahr zuvor waren es 16,7 Prozent. Obwohl die Wirtschaft brumme, kämen die Wohlstandsgewinne nicht bei allen Menschen an, sagte Schraad-Tischler.

Bertelsmann-Stiftung

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