Söhne zu Lebzeiten ausbezahlt?

Bericht: Kohl-Witwe alleinige Erbin des verstorbenen Altkanzlers

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Maike Kohl-Richter.

Die Witwe des verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl, Maike Kohl-Richter, ist nach "Spiegel"-Informationen die Alleinerbin des im Juni verstorbenen CDU-Politikers.

Hamburg - Dies gehe aus dem Erbschein hervor, den das Nachlassgericht in Ludwigshafen am Rhein am 10. August ausgestellt habe, berichtete das Nachrichtenmagazin am Samstag. Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" wurden die Söhne und Enkel Kohls noch zu dessen Lebzeiten ausbezahlt.

Bislang war die Frage der Erbschaftsregelung öffentlich nicht bekannt. Das Verhältnis zwischen Kohls zweiter Ehefrau und seinen Söhnen aus erster Ehe, Walter und Peter, gilt als zerrüttet. Beide Söhne und auch die beiden Enkelkinder waren nicht bei der Beerdigung des Altkanzlers.

Walter Kohl hatte vor einigen Wochen in einer Talkshow gesagt, es habe noch zu Lebzeiten Kohls eine "juristische Klärung" der Erbfrage innerhalb der Familie gegeben. Dabei ließ er allerdings offen, an wen das Erbe geht.

Der "BamS" zufolge unterzeichneten die Kohl-Söhne im April 2016 einen Erb-Pflichtteilsverzicht. Sie erhielten demnach im Gegenzug jeweils 400.000 Euro, die beiden Enkelkinder jeweils 100.000. Die Gesamtsumme von einer Million Euro habe in etwa ihrem Pflichtanteil entsprochen.

Zum Nachlass Kohls zählen auch Akten, auf die das Bundesarchiv Anspruch erhebt. Laut "BamS" ist offen, was mit den Akten passiert.

Auch interessant in diesem Zusammenhang: Ein würdiges Begräbnis sollte Altkanzler Helmut Kohl bekommen. Wenig würdevoll erscheint, dass die Kosten für Bestattung, rund 57.000 Euro, bislang nicht bezahlt sind - und das Grab noch ein Provisorium ist.

afp

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