Nach jahrelangen Spannungen

Spitzen von UNO und Unesco bedauern Austritt der USA und Israels

Unesco-Hauptquartier in Paris
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Nach jahrelangen Spannungen treten Israel und die USA aus der Unesco aus. Die Organisation bedauert dies.

Auf die Entscheidung der USA und Israel aus UNO und Unesco auszutreten, reagieren die Spitzen der Organisationen mit bedauern: „Es sei ein Verlust für die gesamte UNO“, so die Generaldirektorin Bukova.

Paris/ New York - Die Spitzen von UNO und Unesco haben den Austritt der USA und Israels aus der Kulturorganisation nachdrücklich bedauert. Unesco-Generaldirektorin Irina Bukova sprach am Freitag im französischen Radiosender Franceinfo von einem "Verlust für die gesamte UNO". Damit werde der Anspruch der UN-Kulturorganisation in Frage gestellt, alle Staaten der Welt zu vertreten und zum Frieden beizutragen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres kündigte an, trotz Differenzen weiter mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump zu kooperieren.

Ein Sprecher von Guterres sagte in New York, die UNO arbeite "mit den Vereinigten Staaten sehr produktiv in zahlreichen Bereichen durch eine Reihe von Organisationen zusammen", und sie werde dies auch weiterhin tun. Trump hatte der UNO im vergangenen Monat eine aufgeblähte Bürokratie und "Missmanagement" vorgeworfen.

Unesco-Generaldirektorin kritisiert Entscheidungen der Unesco

Bukova ließ Kritik an umstrittenen Entscheidungen der Unesco zu Ostjerusalem und Hebron im Westjordanland erkennen. Diese Beschlüsse zielten darauf ab, das palästinensische Erbe zu bewahren, was scharfe Kritik aus Israel hervorrief und nun mit zu den Austritten beitrug. "Das Erbe darf nicht in Stücke geteilt werden", mahnte die Bulgarin, die Mitte November nach zwei Amtszeiten die Unesco-Leitung abgibt. "Leider ist das nicht immer der Fall."

Bei der Wahl für ihre Nachfolge liegt nach vier Durchgängen ein umstrittener Kandidat aus dem arabischen Golfstaat Katar vorne. Dem früheren Kulturminister Hamad bin Abdulasis al-Kawari wird von jüdischen und US-Organisationen Antisemitismus vorgeworfen. Auf Platz zwei liegen gleichauf zwei Anwärterinnen aus Ägypten und Frankreich.

Am Freitagnachmittag soll zunächst eine Stichwahl zwischen den beiden Frauen stattfinden. Danach ist eine Stichwahl zwischen der Gewinnerin dieser Runde und dem Katarer geplant. Die arabischen Länder machen Druck, erstmals einen Kandidaten aus ihren Reihen zu bestimmen.

afp

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