Sportkreis befürchtet das Aus für den Sport im Kreis!

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Kommen duestere Zeiten auf den Sportkreis Werra-Meissner zu? Foto: Archiv

Resolution des Sportkreis Werra-Meißner e.V. zum kommunalen RettungsschirmAufgrund des Leitfadens des Landes Hessen bzgl. der Konsolidierungsbedingun

Resolution des Sportkreis Werra-Meißner e.V. zum kommunalen Rettungsschirm

Aufgrund des Leitfadens des Landes Hessen bzgl. der Konsolidierungsbedingungen (Forderungen an den Sport) für die Gemeinden und Gemeindeverbände, die unter den kommunalen Rettungsschirm treten, bezieht der Sportkreis-Werra-Meißner e.V. wie folgt Stellung:

Vor wenigen Jahren wurde der Sport als Staatsziel in der Hessischen Verfassung verankert. Die Sportvereine bilden mit ihrer Jugendarbeit eine wichtige soziale Säule der Gesellschaft. Wir brauchen die Sportstätten, sonst können wir dieser wichtigen Aufgabe nicht mehr im bisherigen Umfang nachkommen. Sollte die kommunale Sportförderung wegfallen, wird die Situation für die Vereine existenzbedrohend und bedeutet das Aus für den Sport in unserer Region.

Zur Sportförderung zählt unter anderem auch die kostenlose Überlassung der Sportstätten. Eine Streichung dieser Fördermaßnahme würde sämtliche Sportvereine im Werra-Meißner-Kreis besonders hart treffen, da sie auf Sporthallen und Dorfgemeinschaftshäuser als Spiellokale angewiesen sind. Eine Zahlung von Hallennutzungsgebühren ist von den hiesigen Vereinen so gut wie nicht zu leisten. Auf die Tischtennisvereine z. B. kämen dann nicht unerhebliche Kosten zu. Bei einer zehnstündigen wöchentlichen Nutzung einer kreiseigenen Schulsporthalle kommt schnell eine Summe von 10.000,- € pro Jahr zusammen.

Rechenbeispiel für den ETSV: Der ETSV nutzt die Hallen des Werra-Meißner-Kreises ca. 2.865,5 Stunden im Jahr. Bei 10,00 € wäre dies eine Nutzungsgebühr von 28.655,00 €. Bei 27,00€ (laut Hess. Rechnungshof) kommt eine Jahresgebühr von 77.368,50 € auf den ETSV zu!

Im Umkehrschluss müssen die Hallennutzungsgebühren auch verwaltet werden. Der entstehende Arbeitsaufwand für die Berechnung der Gebühren für die Nutzung der Hallen, die Kontierung, aber auch die Gutschrift bei Spielabsagen, nicht genutzter Hallentermine, Reklamationen könnte von einer Person in der Kreisverwaltung nicht mehr geleistet werden.

Die Sportvereine leisten mittel- und langfristig mit ihren Angeboten einen wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung der Bevölkerung und einen Beitrag zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen.

Eine alternde Bevölkerung und begrenzte Ressourcen im Gesundheitssystem erfordern ein Umdenken von Politik und Gesellschaft. Maßnahmen, die auch mit relativ einfachen Mitteln den Gesundheitszustand von Menschen als Ganzes verbessern können, werden künftig an Stellenwert gewinnen. Ein wichtiger Faktor zur Gesunderhaltung ist regelmäßige körperliche Aktivität. Hierfür bietet der organisierte Sport mit seinen Strukturen die besten Vorausset-zungen.

Wir appellieren an alle Entscheidungsträger, dass bei allen gebotenen Sparvorschlägen und Maßnahmen die Existenz unserer Vereine nicht aufs Spiel gesetzt werden darf, daher "Finger weg von den Gebühren für die Hallen und andere Sportstätten" und weiteren Einschnitten bei der Sportförderung.

Anmerk. d.Red.: Unterschrieben ist die Resolution von Siegfried Finkhäuser (Vorsitzender) Joachim Kraus (Stellvertreter / Vereinsförderung u. Beratung),  Markus Claus (Stellvertreter / Integration) Horst Hartmann (Stellvertreter / Sportinfrastruktur) und Edmund Pliefke (Finanzreferent /Ehrungen).

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