„Hat jemand das Geschehen beobachtet?“

Nach Schüssen auf Deniz Naki: Staatsanwaltschaft startet Zeugenaufruf

Bei ihren Ermittlungen nach den Schüssen auf das Auto des Fußballers Deniz Naki sucht die Staatsanwaltschaft nun Zeugen des nächtlichen Geschehens auf einer Autobahn bei Aachen.

Düren - Die Schüsse seien nach Nakis Angaben am Sonntagabend aus einem zweiten Wagen auf der A4 zwischen den Anschlussstellen Weisweiler und Langerwehe abgegeben worden, teilte die Aachener Staatsanwaltschaft am Freitag mit. "Hat jemand das Geschehen beobachtet oder die Fahrzeuge vorher oder zu einem späteren Zeitpunkt wahrgenommen?", fragte die Staatsanwaltschaft in ihrer Mitteilung. 

Laut Naki wurden die Schüsse demnach aus einem überholenden Wagen abgefeuert, bei dem es sich um einen dunklen Kombi handeln könnte. Naki war bei dem Zwischenfall unverletzt geblieben. Der kurdischstämmige Fußballer sprach anschließend von einem Mordanschlag aus offenbar politischen Motiven.

Naki bereits wegen „Terrorpropaganda“ inhaftiert

Naki gilt als Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Der frühere St.-Pauli-Spieler und jetzige Kapitän des kurdischen Sportvereins Amed Spor war im vergangenen April in der Türkei wegen angeblicher "Terrorpropaganda" zu 18 Monaten und 22 Tagen Haft auf Bewährung verurteilt worden. 

Wie die Aachener Staatsanwaltschaft in ihrem Zeugenaufruf weiter mitteilte, soll das hintere Kennzeichen des mutmaßlichen Kombis nicht lesbar oder nicht vorhanden gewesen sein. Das "vermeintliche Täterfahrzeug" habe nach den Schüssen die Autobahn nicht verlassen, sondern seine Fahrt in Richtung Köln fortgesetzt.

afp

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