"Sanctuary Cities"

Stadt soll illegale Einwanderer finden: Chicago klagt gegen Trump-Regierung

+
Donald Trumps Einwanderungspolitik geht manchen Städten zu weit.

Chicago gilt als einwandererfreundliche Stadt. Doch die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump sieht vor, dass Städte nun mit Bundesbehörden kooperieren sollen - das geht Chicago zu weit.

Chicago - Im Streit um die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump hat die Stadt Chicago Klage gegen die Bundesregierung eingereicht. Das teilte Bürgermeister Rahm Emanuel am Montag mit, der sich damit gegen die angedrohte Kürzung von Bundesmitteln wehren will, wenn eine sogenannte Sanctuary City im Kampf gegen illegale Einwanderung nicht wie gewünscht mit den Bundesbehörden kooperiert. Es ist die erste Klage dieser Art.

Einwandererfreundliche Städte wie Chicago, New York oder Los Angeles - "Sanctuary Cities" (etwa: Zufluchtsorte) - weigern sich, mit den Bundesbehörden zusammenzuarbeiten, um illegale Einwanderer zu finden und festzunehmen. Ihnen droht die Bundesregierung, die Zuschüsse zur Ausstattung der Polizei zu streichen. Im vergangenen Jahr erhielt Chicago nach Angaben Emanuels 2,3 Millionen Dollar (rund 1,9 Millionen Euro) zum Kauf etwa von Polizeiautos, Computern und Taser-Pistolen.

Emanuel sprach von einer kontraproduktiven Politik der Bundesregierung. "Wir werden immer eine Stadt sein, die Menschen willkommen heißt", sagte er dem Fernsehsender CNN. Die örtliche Polizei sei darauf angewiesen, dass sie mit der Gemeinde der Einwanderer zusammenarbeite.

US-Justizminister Jeff Sessions kritisierte das Vorgehen Chicagos scharf. Die Bundesregierung werde nicht weiter an Städte zahlen, die "stolz gegen die Herrschaft des Gesetzes verstoßen und kriminelle Fremde auf Kosten der öffentlichen Sicherheit schützen", erklärte Sessions.

Erst kürzlich hat Donald Trump auf andere Art und Weise in Sachen Einwanderungspolitik für Aufsehen gesorgt. Er behauptete nämlich er wisse, wie Angela Merkel wirklich über ihre eigene Flüchtlingspolitik denke.

afp

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

May und Macron vereinbaren mehr Grenzschutz vor Migranten

Das Programm war vielfältig: Im Mittelpunkt des Regierungsgipfels mit Macron und May stand aber die Lage in der französischen Hafenstadt Calais, von wo aus viele …
May und Macron vereinbaren mehr Grenzschutz vor Migranten

Alle Bundestagsfraktionen für Amri-Untersuchungsausschuss

Berlin (dpa) - 13 Monate nach dem Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt steht der Bundestag vor der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Abgeordnete …
Alle Bundestagsfraktionen für Amri-Untersuchungsausschuss

Krise um Regierungs-"Shutdown" in Washington spitzt sich zu

In den USA könnten bald große Bereiche des öffentlichen Dienstes stillstehen. Hintergrund ist eine drohende Zahlungsunfähigkeit der Regierung, weil eine …
Krise um Regierungs-"Shutdown" in Washington spitzt sich zu

Human Rights Watch: Widerstand gegen Populisten wirkt

Von Protesten in den USA bis zum Wahlkampf von Emmanuel Macron: Die Menschenrechtler von Human Rights Watch schöpfen Hoffnung aus Beispielen für Engagement gegen …
Human Rights Watch: Widerstand gegen Populisten wirkt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.