Bei Putin und Gorbatschow

Steinmeier will mit Russland neues Vertrauen aufbauen

Zehn Auslandsreisen hat Bundespräsident Steinmeier bereits absolviert. Keine war so wichtig wie diese: 25 Stunden Moskau. Die Devise lautet: Keine Normalität heucheln, aber Wege zu neuem Vertrauen ausloten.

Moskau (dpa) - Als erster Bundespräsident seit sieben Jahren ist Frank-Walter Steinmeier zu einem Russland-Besuch in Moskau eingetroffen. Für heute Nachmittag ist ein Treffen mit Präsident Wladimir Putin im Kreml geplant.

Steinmeier will während seines 25-stündigen Aufenthalts ausloten, wie nach Jahren der Krise schrittweise neues Vertrauen zwischen beiden Ländern wieder aufgebaut werden kann. "Denn die Negativspirale der Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union in den letzten Jahren ist für beide Seiten schlecht", sagte Steinmeier vor seiner Abreise in einem Interview der russischen Tageszeitung "Kommersant".

Er gehe zwar ohne Illusionen in das Gespräch mit Putin. Aber die Bedeutung des deutsch-russischen Verhältnisses sei so groß, dass man es sich nicht erlauben könne, nicht miteinander zu sprechen. "Wir sind es unseren Völkern schuldig, einer weiteren Entfremdung zwischen Deutschen und Russen entgegenzuwirken", sagte Steinmeier.

Die deutsch-russischen Beziehungen sind seit der Annexion der ukrainischen Krim durch Russland 2014 und wegen der anhaltenden Kämpfe in der Ostukraine schwer belastet.

Eigentlicher Anlass des Steinmeier-Besuchs ist das Reformationsjubiläum, zu dem die russische Regierung die Moskauer Kathedrale St. Peter und Paul an die Evangelisch-lutherische Kirche Russlands zurückgibt. Der Bundespräsident will in Moskau auch den ehemaligen sowjetischen Staatschef Michael Gorbatschow treffen.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka

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