Nordirak

Streit mit Bagdad: Kurden bieten Kompromiss an

+
In einem Referendum hatten vor einem Monat 92 Prozent der Wähler für eine Abspaltung gestimmt.

Im Konflikt mit Bagdad um die Autonomiebestrebungen der irakischen Kurden hat die kurdische Regionalregierung in der Nacht zum Mittwoch angeboten, das Ergebnis des Unabhängigkeitsreferendums einzufrieren.

Erbil - Damit solle Gesprächen mit der irakischen Regierung „eine Chance“ gegeben werden, berichtete die Nachrichtenseite Rudaw. Die Kurdenregierung wolle weiteren Krieg und Blutvergießen zwischen kurdischen und irakischen Truppen verhindern, zitierte die Nachrichtenseite aus einer Mitteilung der Regierung in Erbil. Gleichzeitig wurde eine sofortige Feuereinstellung und ein Ende aller militärischen Operationen in der Region angekündigt.

Zuvor schon waren die Wahlen des Präsidenten und des Abgeordnetenhauses in der Region verschoben worden. Drei bedeutende kurdische Parteien einigten sich am Dienstag nach Angaben von Rudaw darauf, dass die Abstimmung statt am 1. November erst acht Monate später abgehalten wird. Die Wahlkommission hatte die Vorbereitungen zu den Wahlen bereits vergangene Woche auf Eis gelegt.

Nach einem kurdischen Unabhängigkeitsreferendum vor einem Monat, dem mehr als 92 Prozent der Wähler zustimmten, hatten die Spannungen zwischen Bagdad und der kurdischen Führung zugenommen. Die Zentralregierung lehnt eine Abspaltung strikt ab. Schließlich war der Konflikt vergangene Woche eskaliert, nachdem die Kurden ihre Unabhängigkeitspläne vorangetrieben hatten: Iraks Truppen nahmen große Gebiete ein, die bisher unter Kontrolle der kurdischen Peschmerga waren, darunter die ölreiche Provinz Kirkuk. Aus den meisten Orten zogen sich die Kurden ohne Widerstand zurück.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Maas wirft Assad "menschenverachtendes Verhalten" vor

Der Militärschlag der Westmächte gegen Syrien erfolgte ohne Zustimmung des blockierten Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Bei einem Besuch bei den UN verteidigt …
Maas wirft Assad "menschenverachtendes Verhalten" vor

Maas erwartet keinen neuen Wahlkampfstreit mit der Türkei

Wird die türkische Regierung das Wahlkampfverbot für türkische Politiker in Deutschland akzeptieren? Außenminister Maas zeigt sich nach dem ersten Treffen mit seinem …
Maas erwartet keinen neuen Wahlkampfstreit mit der Türkei

Diktator Lukaschenko lobt Merkels Flüchtlingspolitik - aus interessantem Grund 

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Flüchtlingspolitik gelobt. Humanitäre Gründe sind für seine Meinung jedoch …
Diktator Lukaschenko lobt Merkels Flüchtlingspolitik - aus interessantem Grund 

„Schwerwiegende Vorwürfe“: Riesen-Wirbel um Trumps Leibarzt 

US-Präsident Donald Trump bekommt bei der Besetzung des vakanten Postens des Veteranenministers Gegenwind aus dem Kongress - wegen seines Leibarztes. Der steht unter …
„Schwerwiegende Vorwürfe“: Riesen-Wirbel um Trumps Leibarzt 

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.