Wirtschaftskrise

Stromversorgung im Libanon dürfte sich weiter verschlechtern

Libanon
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Ein Mann steht während eines partiellen Stromausfalls auf der Strandpromenade der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Viele Libanesen leben in Armut und müssen bereits jetzt täglich stundenlang ohne Strom auskommen. Die Krise wird sich nach einer Entscheidung eines Elektrizitätsversorgers wohl noch verschlimmern.

Istanbul - Die Stromversorgung im krisengeplagten Libanon droht sich weiter zu verschlechtern. Der türkische Elektrizitätsversorger Karpowership kündigte am Freitag an, man werde beginnen, die Stromproduktion in zwei vor der libanesischen Küste schwimmenden Kraftwerken herunterzufahren.

Die beiden Schiffe liefern laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu 25 Prozent des landesweiten Bedarfs. Der Entscheidung waren unter anderem Zahlungsprobleme von libanesischer Seite vorausgegangen. Der Vertrag laufe zum 1. Oktober aus, hieß es in der Begründung des Unternehmens nun.

Der Libanon erlebt seit fast zwei Jahren die schwerste Wirtschafts- und Finanzkrise seiner Geschichte. Rund drei Viertel der Bevölkerung leben mittlerweile in Armut. Das Energieversorgungssystem im Libanon ist veraltet und ineffizient. Das staatliche Energienetz sowie private Generatoren können wegen des Treibstoffmangels nur noch selten Strom liefern. Die meisten Libanesen müssen daher bereits jetzt täglich stundenlang ohne Strom auskommen. Vor kurzem hatte der staatliche Stromversorger bereits vor einem baldigen Blackout im ganzen Land gewarnt.

Man sei sich der schwierigen Energiekrise im Land bewusst, teilte Karpowership mit. In den vergangenen acht Jahren habe man alles getan, um die Menschen im Land zu unterstützen. „Wir wünschen das Beste für den Premierminister, seine Regierung und das Land in den kommenden Monaten und Jahren“, hieß es.

Karpowership hatte die Versorgung bereits im Mai wegen ungelöster Zahlungsprobleme und nach Androhung rechtlicher Schritte vorübergehend eingestellt, sie dann aber wieder aufgenommen - eigenen Angaben zufolge aus Kulanz. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, im konstruktiven Dialog Lösungen für die Probleme finden zu wollen. dpa

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