Zusammenkunft auf hoher Ebene

Südkorea schlägt Nordkorea Gespräche in kommender Woche vor

Südkorea reagiert prompt auf Nordkoreas Gesprächsvorschlag. Ein Treffen könnte schon in der nächsten Woche stattfinden. Zunächst geht es um die Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Seoul will aber mehr.

Seoul (dpa) - Süd- und Nordkorea wollen trotz des verschärften Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm wieder aufeinander zugehen.

Einen Tag nach einem überraschenden Gesprächsangebot Nordkoreas schlug der südkoreanische Vereinigungsminister Cho Myong Gyon eine Zusammenkunft auf hoher Ebene in der nächsten Woche im Grenzort Panmunjom vor. Zunächst soll es dabei um eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar gehen. Er hoffe, dass beide Seiten auch offen über eine Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen reden, sagte Cho. 

Es wäre das ersten Treffen zwischen den Regierungen beider Länder seit mehr als zwei Jahren, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Seoul strebe ein Treffen auf der Ebene von Ministern oder Vizeministern an. 

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache am Montag angeboten, eine Delegation zu den Olympischen Spielen in der grenznahen südkoreanischen Provinz Gangwon zu entsenden. Beide Länder könnten sich sofort treffen, schlug er vor.

Das Angebot an Südkorea verband er mit neuen Drohungen in Richtung des südkoreanischen Verbündeten USA. Pjöngjang wirft den USA eine feindselige Politik vor. Die gesamten USA seien in Reichweite nordkoreanischer Atomwaffen, betonte Kim. 

Südkorea begrüßte dennoch das Gesprächsangebot Kims. Präsident Moon Jae In deutete aber an, dass eine Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen nicht von der Lösung des Atomstreits mit Nordkorea getrennt werden könne. Er wies das Außenministerium nach Berichten südkoreanischer Sender an, sich eng mit den Alliierten und der internationalen Gemeinschaft darüber abzustimmen, wie die Verbesserung des innerkoreanischen Verhältnisses und eine Beilegung des Atomstreits "zu gleicher Zeit" behandelt werden könnten. Südkorea verlangt wie die USA von Nordkorea einen überprüfbaren Abbau des Atomprogramms. 

Die Lage in der Region ist nach zahlreichen Raketentests durch Nordkorea und einem weiteren Atomtest des Landes im September sehr angespannt. Moon hatte Nordkorea im vergangenen Juli Militärgespräche über Schritte zur Entspannung und ein Treffen der Rotkreuzverbände über humanitäre Fragen vorgeschlagen. Pjöngjang war aber nicht darauf eingegangen. 

Video: Glomex

Rubriklistenbild: © Lee Jin-Man

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Russisches Militärflugzeug über Mittelmeer abgeschossen: Putin will israelische Infos prüfen

Im Syrien-Krieg mischen viele ausländische Kräfte mit. Nun geht ein russisches Spionageflugzeug über dem nächtlichen Mittelmeer verloren. Heftige Vorwürfe gegen Israel …
Russisches Militärflugzeug über Mittelmeer abgeschossen: Putin will israelische Infos prüfen

Tagesthemen-Kommentator rechnet nach Maaßen-Deal ab - und hat Merkel und Seehofer im Visier

Nach der umstrittenen Personalentscheidung um Hans-Georg Maaßen sieht der Kommentator in den ARD-Tagesthemen, Thomas Baumann, einen Machtverlust Angela Merkels.
Tagesthemen-Kommentator rechnet nach Maaßen-Deal ab - und hat Merkel und Seehofer im Visier

„Eine ziemlich miese Nummer“: Medienecho im Fall Maaßen deutlich

Die Medienlandschaft schießt sich auf die GroKo ein. Alle bekommen ihr Fett weg: Kanzlerin Merkel, Innenminister Seehofer und auch SPD-Chefin Nahles. Der Fall Maaßen …
„Eine ziemlich miese Nummer“: Medienecho im Fall Maaßen deutlich

Donald Trump: Ex-Affäre enthüllt pikante Bett-Details - und stellt ihm Liebeszeugnis aus

Stormy Daniels gibt in ihrem Buch pikante Details zu ihrer Liebesnacht mit US-Präsident Donald Trump preis. Das geht aus Vorabauszügen hervor. Die News im Live-Ticker.
Donald Trump: Ex-Affäre enthüllt pikante Bett-Details - und stellt ihm Liebeszeugnis aus

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.