Mit Verspätung

Syrien-Friedensgespräche in Genf begonnen

Der UN-Gesandte für Syrien, Staffan de Mistura (l.), begrüßte den Leiter der syrischen Verhandlungsdelegation, Nasr al-Hariri (m.), in Genf.
+
Der UN-Gesandte für Syrien, Staffan de Mistura (l.), begrüßte den Leiter der syrischen Verhandlungsdelegation, Nasr al-Hariri (m.), in Genf.

Mit dem Eintreffen von Regierungsvertretern aus Damaskus haben in Genf Gespräche für einen Frieden in Syrien begonnen.

Genf - Der UN-Syrienbeauftragte Staffan de Mistura bezeichnete erste Gespräche mit der Regierungsdelegation am Mittwoch als "konstruktiv und professionell". Die Delegation hatte ihre Teilnahme an den von den Vereinten Nationen organisierten Friedensgesprächen zunächst offen gelassen - und erst zugesagt, nachdem de Mistura versichert hatte, dass es keine direkten Gespräche mit der Opposition geben würde. 

Am Mittwochabend traf de Mistura mit Oppositionsvertretern zusammen. Mehrere Gruppen der Opposition hatten vergangene Woche zum Abschluss eines Treffens in Riad ihre Forderung nach dem sofortigen Rückzug des syrischen Machthabers Baschar al-Assad erneuert. Der Verhandlungsführer der Opposition, Nasr Hariri, bekräftigte nach seiner Ankunft am Montag in Genf diese Forderung. Für Damaskus ist es aber inakzeptabel, den Rücktritt Assads zur Bedingung für die Bildung einer Übergangsregierung zu machen. Da die syrische Regierung dank der Schützenhilfe Russlands und des Iran wieder die Mehrheit des Landes kontrolliert und somit aus einer Position der Stärke verhandeln kann, sind Zugeständnisse in dieser Frage bei den Genfer Gesprächen unwahrscheinlich.

Die Syrische Delegation war mit einem Tag Verspätung in Genf angekommen. EIgentlich hätte das TReffen bereits am Dienstag beginnen sollen. Die verspätete Ankunft der Regierungsdelegation in der Schweiz sei „Teil einer Strategie, Zeit zu verschwenden“, sagte der Sprecher der Oppositionsdelegation, Jihja al-Aridi, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Das zeigt, dass es der syrischen Regierung bei den Gesprächen an Ernsthaftigkeit mangelt.“ Die Opposition erwarte von den Verhandlungen wenig.

Die Vereinten Nationen versuchen derzeit, neuen Schwung in die Verhandlungen zu bringen, um einen Ausweg aus dem Konflikt zu finden, dem seit 2011 mehr als 340.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Parallel zu den Gesprächen in Genf finden seit Jahresbeginn im kasachischen Astana Verhandlungen unter Vermittlung Russlands, der Türkei und des Iran statt.

afp

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

CSU dringt auf Omikron-Check der Corona-Regeln
Politik

CSU dringt auf Omikron-Check der Corona-Regeln

Am Montag berät die Ministerpräsidentenkonferenz über die Corona-Maßnahmen. Nach Ansicht von CSU-Generalsekretär Blume muss das bisherige Vorgehen wegen der …
CSU dringt auf Omikron-Check der Corona-Regeln
Windkraft-Treffen mit Söder in München: Dissens wird offenkundig - Habeck setzt Bayern zeitliches Limit
Politik

Windkraft-Treffen mit Söder in München: Dissens wird offenkundig - Habeck setzt Bayern zeitliches Limit

Klimaschutzminister Habeck will Söder zur 10H-Abkehr bewegen. Erst einmal soll weiter viel geredet werden. Doch es gibt auch einen Zeitplan. Der News-Ticker.
Windkraft-Treffen mit Söder in München: Dissens wird offenkundig - Habeck setzt Bayern zeitliches Limit
Bundeswehr-Fluthelfer zum eigenen Wintergarten umgeleitet? Böser Verdacht im Verteidigungsministerium
Politik

Bundeswehr-Fluthelfer zum eigenen Wintergarten umgeleitet? Böser Verdacht im Verteidigungsministerium

Das Verteidigungsministerium ermittelt nach Spiegel-Informationen im eigenen Haus - wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei der Fluthilfe der Bundeswehr 2021.
Bundeswehr-Fluthelfer zum eigenen Wintergarten umgeleitet? Böser Verdacht im Verteidigungsministerium
„Haben keine andere Wahl“: Bei Blinken-Besuch – Baerbock droht Russland mit „gravierenden Konsequenzen“
Politik

„Haben keine andere Wahl“: Bei Blinken-Besuch – Baerbock droht Russland mit „gravierenden Konsequenzen“

US-Präsident Biden wollte im Ukraine-Konflikt seinen Standpunkt gegenüber seinem russischen Kollegen Putin klarstellen. Eine Äußerung sorgt aber für Verwirrung.
„Haben keine andere Wahl“: Bei Blinken-Besuch – Baerbock droht Russland mit „gravierenden Konsequenzen“

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.