Zurückweisung der Kritik

Tempelberg-Krise: Erdogan soll sich um seine eigenen „Probleme und Schwierigkeiten“ kümmern

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Sicherheitsmaßnahmen in der Jerusalemer Altstadt

Trotz eines Kurswechsels der israelischen Regierung in der Tempelberg-Krise bleiben die Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern vorerst auf Eis. Gleichzeitig weisen die Israelis Erdogans Kritik zurück.

Tel Aviv - Trotz eines Kurswechsels der israelischen Regierung in der Tempelberg-Krise bleiben die Beziehungen zwischen Israel und den Palästinensern vorerst auf Eis. Erst wenn der Zustand am Tempelberg wieder so sei, wie vor zwei Wochen, würden die Gespräche wieder aufgenommen werden, sagte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Dienstag in Ramallah.

Am 14. Juli hatten drei arabische Attentäter zwei israelische Polizisten am Tempelberg getötet. Die Attentäter wurden erschossen. Israel verfügte daraufhin schärfere Sicherheitsvorkehrungen für muslimische Besucher an dem für Juden wie Muslimen heiligen Tempelberg (Al-Haram al-Scharif). Die Metall-Detektoren wurden am Dienstag allerdings wieder abgebaut, nachdem es zu Protesten und blutigen Unruhen gekommen waren. Stattdessen sollten künftig andere hochmoderne Überwachungsmethoden eingesetzt werden, teilte die israelische Regierung mit. „Wenn die Situation in Jerusalem wieder zur Normalität zurückgekehrt ist, werden wir unsere Arbeit im Bezug auf die bilateralen Beziehungen zwischen uns und denen (Israel) fortsetzen“, sagte Abbas. Bis dahin bleibe das Einfrieren der Sicherheitskooperation bestehen. Man wolle untersuchen, was in den vergangenen knapp zwei Wochen passiert sei und dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

Abbas hatte am Freitag alle Beziehungen zur israelischen Seite vorläufig eingestellt. Zuvor war es zu blutigen Unruhen mit vier Toten und mehreren Hundert verletzten Palästinensern gekommen. Ein Palästinenser tötete drei Menschen in einer israelischen Siedlung im Westjordanland.

Tempelberg-Krise: Israel weist Erdogans Kritik scharf zurück

Israel hat die Kritik des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan wegen der Tempelberg-Krise scharf zurückgewiesen. Seine Bemerkungen seien „desillusioniert, unbegründet und verdreht“, hieß es in einer Mitteilung des israelischen Außenministeriums am Dienstag. Erdogan hatte in dieser Woche Israel für die Krise um den Tempelberg verantwortlich gemacht.

Israel hatte nach einem tödlichen Anschlag am Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt schärfere Sicherheitsmaßnahmen für muslimische Besucher angeordnet. Dies löste blutige Unruhen aus, bei denen vier Palästinenser getötet und mehrere Hundert verletzt wurden. Ein Palästinenser erstach zudem drei Israelis im Westjordanland. Israel machte die Sicherheitsmaßnahmen am Dienstag weitgehend rückgängig.

Erdogan deutete an, der jüdische Staat versuche, die Al-Aksa-Moschee von der weltweiten islamischen Gemeinschaft isolieren zu wollen. Er rief zudem alle Muslime dazu auf, wenn möglich zum Tempelberg zu kommen, um die Palästinenser zu unterstützen.

„Die Tage des Osmanischen Reiches sind vorüber“, schrieb das Außenministerium in Jerusalem. „Er, der in einem Glaspalast lebt, sollte nicht mit Steinen werfen.“ Erdogan solle sich um die türkischen „Problemen und Schwierigkeiten“ kümmern.

dpa

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