Berichte

Thailands Ex-Regierungschefin Yingluck im Exil in Dubai

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Mit Rosen im Arm kam Thailands Ex-Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra am 21.07.2017 in Bangkok zum letzten Tag ihrer Anhörung ins Gericht. Foto: Sakchai Lalit

Der Ex-Regierungschefin Thailands wird zur Last gelegt, mit staatlichen Subventionen für Reis Milliarden verschwendet zu haben. Yingluck wies alle Vorwürfe als "politische Machenschaften" zurück und verschwand.

Bangkok (dpa) - Thailands per Haftbefehl gesuchte Ex-Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra ist nach Angaben ihrer Partei nach Dubai in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) geflohen.

Die 50-Jährige hatte am Freitag die Urteilsverkündung in einem Verfahren wegen Verschwendung von Steuergeldern in Milliardenhöhe platzen lassen. Das Gerichtsverfahren sei nicht ordnungsgemäß verlaufen, deshalb mache es auch keinen Sinn, dass sie zur Urteilsverkündung komme, sagte ein hochrangiges Mitglied ihrer Pheu-Thai-Partei der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.

Yingluck droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Das Urteil soll jetzt am 27. September verkündet werden. Der früheren Regierungschefin wird zur Last gelegt, mit staatlichen Subventionen für Reis - ein Grundnahrungsmittel in Thailand - Milliarden verschwendet zu haben. Yingluck wies alle Vorwürfe als "politische Machenschaften" zurück.

Nach Informationen des US-Senders CNN hat Yingluck sich am Mittwoch abgesetzt, also zwei Tage vor der geplanten Urteilsverkündung. Nach anderen Medienberichten soll sie bereits in der vergangenen Woche von Thailand in das Nachbarland Kambodscha und dann über Singapur nach Dubai geflüchtet sein.

Yingluck ist die Schwester des früheren Regierungschefs Thaksin Shinawatra, der 2008 wegen Amtsmissbrauchs verurteilt worden war. Auch Thaksin floh vor dem Urteil ins Ausland. Er lebt im selbst gewählten Exil in Dubai und London.

Yingluck wurde 2011 als erste Frau in der Geschichte des südostasiatischen Königreiches zur Ministerpräsidentin gewählt. Im Mai 2014 setzte das Verfassungsgericht sie ab. Kurz darauf putschte sich das Militär an die Macht. Die Generäle regieren bis heute.

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