Terrormiliz Al-Shabaab

Viele Tote bei Anschlag auf zwei Restaurants in Mogadischu

Ein Selbstmordattentäter sprengte ein Auto in der Nähe der Restaurants. Foto: Farah Abdi Warsameh
1 von 5
Ein Selbstmordattentäter sprengte ein Auto in der Nähe der Restaurants. Foto: Farah Abdi Warsameh
Dutzende Menschen kamen ums Leben. Foto: Farah Abdi Warsameh
2 von 5
Dutzende Menschen kamen ums Leben. Foto: Farah Abdi Warsameh
Eine Mutter weint um ihre Tochter, die bei dem Angriff getötet wurde. Foto: Farah Abdi Warsameh
3 von 5
Eine Mutter weint um ihre Tochter, die bei dem Angriff getötet wurde. Foto: Farah Abdi Warsameh
Sicherheitskräfte fanden die Leichen von acht Menschen in einer Pizzeria. Foto: Farah Abdi Warsameh
4 von 5
Sicherheitskräfte fanden die Leichen von acht Menschen in einer Pizzeria. Foto: Farah Abdi Warsameh
Durch die Explosion wurden mehrere Fahrzeuge und Gebäude beschädigt. Foto: Farah Abdi Warsameh
5 von 5
Durch die Explosion wurden mehrere Fahrzeuge und Gebäude beschädigt. Foto: Farah Abdi Warsameh

Wieder verübt die Terrorgruppe Al-Shabaab in Somalias Hauptstadt Mogadischu einen blutigen Anschlag. Ziel waren diesmal zwei sehr populäre Restaurants, wo sich viele junge Leute aufhielten.

Mogadischu (dpa) - Sechs Kämpfer der Terrormiliz Al-Shabaab haben bei Anschlägen auf zwei beliebte Restaurants in der somalischen Hauptstadt Mogadischu mindestens 20 Menschen getötet. Darunter seien Zivilisten sowie Sicherheitspersonal gewesen, teilte die Polizei mit.

Außerdem seien 35 Menschen verletzt worden. Nach Behördenangaben wurden auch alle sechs Angreifer getötet. Somalische Soldaten hatten am Donnerstagmorgen eine Geiselnahme in einem der beiden Restaurants nach elf Stunden beendet.

Die Terrormiliz Al-Shabaab bekannte sich über den Radiosender Al-Andalus zu dem Attentat. Die angegriffenen Ziele seien Nachtclubs, in denen nicht-islamische Geschäfte betrieben würden, hieß es. Bilder zeigten zerstörte Gebäude und ausgebrannte Autos.

Ein Selbstmordattentäter sprengte sein Auto am Mittwochabend vor dem Eingang des "Posh"-Restaurants in die Luft, wie der Polizist Ali Hassan der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Durch die Explosion sei auch das benachbarte, sehr beliebte "Pizza House"-Restaurant getroffen worden. "Sie schossen auf jeden in und vor dem Restaurant", berichtete ein Zeuge, der nach eigenen Angaben durch eine Hintertür der Pizzeria entkommen konnte.

Bewaffnete Angreifer stürmten Hassan zufolge beide Restaurants und hielten in einem der Gebäude Geiseln fest. Sicherheitskräfte fanden demnach am Donnerstagmorgen die Leichen von acht Menschen in der Pizzeria, unter ihnen sechs junge Frauen. Sie seien offensichtlich von den Terroristen erschossen worden.

Die Vereinten Nationen verurteilten den Angriff aufs Schärfste. "Es gibt keine Rechtfertigung für so eine blutrünstige Tat", sagte der oberste Vertreter der UN in Somalia, Michael Keating. Die Anschläge seien ein Rückschlag für die Aussicht auf eine friedliche Lösung in Somalia.

Die sunnitischen Extremisten von Al-Shabaab kämpfen seit Jahren um die Vorherrschaft in Somalia. Sie wollen in dem Land am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat errichten. Die Miliz führt immer wieder Angriffe und Anschläge aus. Dem in Washington ansässigen Africa Center for Strategic Studies zufolge ist Al-Shabaab im vergangenen Jahr mit 4281 Todesopfern die tödlichste islamistische Miliz in Afrika gewesen.

Eine 22 000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen die Terrororganisation. An der Mission sind mehrere afrikanische Staaten beteiligt. Daher verübt Al-Shabaab auch immer wieder Anschläge gegen Nachbarländer, etwa Kenia.

Africa Center for Strategic Studies zu Al-Shabaab

AU-Mission in Somalia

Mitteilung UN-Mission in Somalia

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Wikileaks-Gründer Assange klagt gegen Regierung in Ecuador

Das Leben für Julian Assange im ecuadorianischen Botschaftsexil in London wird zunehmend unerträglich. Nun hofft er auf mehr Freiheiten - mithilfe einer Klage.
Wikileaks-Gründer Assange klagt gegen Regierung in Ecuador

"Wissen Sie, was Sie gerade getan haben?“ Habeck nach Dobrindts AfD-Aussage bei Illner entsetzt

Mit einer bemerkenswerten Rechnung fiel CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt am Donnerstag auf. Im ZDF-Talk von Maybrit Illner zählte er die AfD zum eigenen Lager.
"Wissen Sie, was Sie gerade getan haben?“ Habeck nach Dobrindts AfD-Aussage bei Illner entsetzt

CDU und FDP liebäugeln in Hessen mit Jamaika

In gut einer Woche ist Hessen-Wahl, die Sachargumente sind wortreich präsentiert. Bei der Frage nach möglichen Koalitionspartnern wagen sich die Spitzenkandidaten nur …
CDU und FDP liebäugeln in Hessen mit Jamaika

EuGH: Polen muss Zwangspensionierung von Richtern stoppen

Schallende Ohrfeige für Polen: Das höchste Gericht der EU erlässt im Streit um die Rechtsstaatlichkeit in dem Land eine einstweilige Anordnung. Hält sich die Regierung …
EuGH: Polen muss Zwangspensionierung von Richtern stoppen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.