Bombe gegen Touristenbus

Nach Anschlag in Ägypten: 40 Verdächtige getötet

Sicherheitskräfte nach dem Bombenanschlag auf einen Bus am Anschlagsort. Foto: Nariman El-Mofty/AP
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Sicherheitskräfte nach dem Bombenanschlag auf einen Bus am Anschlagsort. Foto: Nariman El-Mofty/AP

Bei einem Bombenanschlag auf einen Touristenbus in Ägypten sterben vier Menschen. Die Politik versucht, den Angriff herunterzuspielen. Aber schon am nächsten Tag reagieren die Sicherheitskräfte mit drastischen Mitteln.

Kairo (dpa) - Einen Tag nach einem tödlichen Anschlag auf einen Touristenbus in Ägypten hat die Polizei bei mehreren Razzien 40 mutmaßliche Terroristen getötet.

Die Verdächtigen seien in abgestimmten Einsätzen «in drei Terroristenverstecken» in Gizeh und im Norden der Sinai-Halbinsel getötet worden, teilte das Innenministerium am Samstag mit. Es sei zu Schusswechseln gekommen. Das staatliche Fernsehen veröffentlichte Bilder der erschossenen mutmaßlichen Terroristen. Darauf werden die Getöteten mit Handfeuerwaffen gezeigt.

Wie das Innenministerium mitteilte, planten die Verdächtigen eine Serie von Anschlägen auf staatliche Institutionen, Tourismuseinrichtungen, Sicherheitskräfte und Kirchen. Bei zwei Razzien in Gizeh seien jeweils 14 und 16 Personen getötet worden, zehn weitere seien in der Provinzhauptstadt Al-Arisch auf der Sinai-Halbinsel getötet worden, berichtete die ägyptische Zeitung Al-Ahram.

In den Verstecken seien große Mengen an Munition, Waffen und selbstgebauten Sprengsätzen gefunden worden. Ob die Aktion der Sicherheitskräfte mit dem Anschlag auf einen Touristenbus am Freitagabend zusammenhing, teilte das Ministerium nicht mit.

Am Freitagabend waren bei einer Bombenexplosion unweit der Pyramiden von Gizeh im Süden der Hauptstadt Kairo drei vietnamesische Touristen und ihr ägyptischer Reiseführer getötet worden. Zwölf weitere Menschen wurden bei dem Anschlag auf den Touristenbus nach staatlichen Angaben verletzt.

Der vietnamesische Außenminister Pham Binh Minh zeigte sich nach dem Anschlag betroffen. Sein Ministerium stehe in engem Kontakt mit den ägyptischen Behörden, um den Verletzten beizustehen.

Papst Franziskus äußerte sich «tief traurig». In einem Telegramm schrieb der Vatikan am Samstag, der Pontifex bete für die Opfer und ihre Angehörigen. Er flehe um «göttlichen Segen» für das ägyptische Volk, er habe Vertrauen, dass «alle daran arbeiteten, Gewalt mit Solidarität und Frieden zu überwinden».

Die ägyptische Regierung hatte zunächst versucht, den Vorfall herunterzuspielen. Bei einem Besuch der Verletzten im Krankenhaus betonte Ägyptens Ministerpräsident Mustafa Madbuli, dass es weltweit Terrorismus gebe. Es gebe keinen Grund, besorgt zu sein. Der Bus sei von seiner geplanten, gesicherten Route abgewichen, ohne die Sicherheitskräfte zu benachrichtigen, bevor er getroffen worden sei.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär 2013 ist die Sicherheitslage in Ägypten fragil. Immer wieder kommt es zu Anschlägen. Häufig sind Sicherheitskräfte oder Kopten das Ziel. Aber auch Touristen waren bereits Ziel von Angriffen.

Im Juli vergangenen Jahres wurden zwei deutsche Frauen bei einer Messerattacke in Hurghada ermordet. Im Oktober 2015 starben bei dem Absturz eines russischen Flugzeugs über der Sinai-Halbinsel mehr als 220 Menschen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich. Auf dem Sinai hat sich ein Ableger des IS festgesetzt und verübt immer wieder Anschläge in Ägypten. Der für das nordafrikanische Urlaubsland wichtige Tourismus ist davon schwer betroffen.

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