Aus für den Tourismus-Zweckverband Eschwege-Meinhard besiegelt

+
Der Tourismus-Zweckverband gehört bald der Vergangenheit an - die Touristinfo will die Stadt Eschwege aber auf jeden Fall aufrecht erhalten. Foto: Archiv

Meinhard hat beschlossen, die Mitgliedschaft im Tourismus-Zweckverband zu kündigen. Die Tourist-Info in Eschwege soll dennoch erhalten bleiben.

Meinhard. Der Tourismus-Zweckverband Eschwege-Meinhard steht vor dem Aus. Am Donnerstag hat die Meinharder Gemeindevertretung mit den Stimmen von ÜWG, CDU und FDP beschlossen. die Mitgliedschaft zum 31. Dezember zu kündigen. Derzeit beteiligt sich die Gemeinde jährlich mit 60.000 Euro an dem Zweckverband.

Zuvor stand sogar eine außerordentliche Kündigung mit sofortiger Wirkung im Raum. Die Voraussetzungen dafür hatte der Hessische Städte- und Gemeindebund allerdings nicht als gegebenangesehen.

Eschweger Tourist-Information soll erhalten bleiben

Das Aus für den Zweckverband soll jedoch keinesfalls das Aus für die Tourist-Information am Eschweger Hospitalplatz bedeuten. Das machte Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe am Freitag deutlich: "Dafür ist die  touristische Arbeit vor Ort zu wichtig."

Die Kreisstadt werde sich auf die Suche nach strategischen Partnern machen, um das Angebot aufrechtzuerhalten. Diesbezügliche Gespräche mit dem Naturpark Meißner-Kaufunger Wald seien bereits weit gediehen, so Heppe.

Dennoch bedauert er, dass Meinhard als letzter verbliebener Mitstreiter nach Wanfried (2015) und Meißner (2010) aus dem Zweckverband aussteigen will. "Die Gemeinden sind ein einheitlicher Natur- und Erlebnisraum", so Heppe. Zudem sei der Tourismus eine Wachstumsbranche, die man nicht kaputt sparen dürfe. Große Hoffnungen setzt Heppe ebenso wie zahlreiche seiner Amtskollegen in die geplante Neuausrichtung des touristischen Außenmarketings auf Kreisebene.

Weiteres Vorgehen ist noch völlig offen

Ob der Zweckverband einvernehmlich zum 31. Dezember aufgelöst wird, oder ob Meinhard eine Abstandszahlung für das Jahr 2017 zahlen muss – analog zu Meißner und Wanfried – ist derweil noch offen.

Das rief die Kritik der SPD-Fraktion in der Meinharder Gemeindevertretung hervor. Sie beantragte erfolglos, den Antrag zur weiteren Beratung in den Hauptausschuss zu überweisen. "Weder die Kosten noch die künftige Ausrichtung der touristischen Vermarktung im Werratal sind derzeit abzusehen", sagte  Matthias Mengel.

In Wanfried bereut man die Entscheidung, den Verband zu verlassen, laut Bürgermeister Wilhelm Gebhard nicht. Er rechnet ab dem kommenden Jahr mit Einsparungen von rund 30.000 Euro. Dazu trägt vor allem das Engagement von Ehrenamtlichen bei. So kümmert sich der Kultur- und Verkehrsverein beispielsweise um die Schilder entlang der Wege, und die Stadt hat ein eigenes Gastgeberverzeichnis aufgelegt, das die Gastgeber selbst finanziert haben. Zudem verweist Gebhard auf das Außenmarketing durch die Werratal Tourismus GmbH sowie die Zusammenarbeit mit den Naturparks Meißner-Kaufunger-Wald sowie Eichsfeld-Hainich-Werratal.

"Die langfristigen Folgen des Austritts sind derzeit allerdings noch nicht abzusehen", schränkt Gebhard ein.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Terror-Zelle zerschlagen? Spanische Ermittler uneins

Unstimmigkeiten bei den Ermittlungen in Spanien: Laut Regierung ist die Terrorzelle zerschlagen. In Katalonien sieht man das anders. Der Hauptverdächtige war am Samstag …
Terror-Zelle zerschlagen? Spanische Ermittler uneins

Bannons Rückkehr zum Kampf mittels Breitbart News

Das ultrarechte Nachrichten-Portal Breitbart News, das 2007 von Andrew Breitbart in den USA gegründet wurde, hat sich zu einer der einflussreichsten rechtspopulistischen …
Bannons Rückkehr zum Kampf mittels Breitbart News

Türkei lässt Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli festnehmen

Bereits 2010 gab es in Deutschland eine Solidaritätskampagne für die Freilassung des türkischstämmigen Schriftstellers Akhanli. Nun wurde der Kölner erneut festgenommen …
Türkei lässt Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli festnehmen

CDU-Präsidium: SPD schürt Ressentiments gegen USA 

Das CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgeworfen, im Bundestagswahlkampf „billige …
CDU-Präsidium: SPD schürt Ressentiments gegen USA 

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.