Treidelpfad: Eschweger Politik zeigt sich offen für Kompromiss

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Die Nutzung des Werraufers vor dem Gelände des Kanu-Clubs entzweite Stadt und Verein. Jetzt ist ein Kompromiss in Sicht. Fotos: Renneberg

Ein Planungsbüro soll die Wünsche von Stadt und Kanu-Club unter einen Hut bringen. Zudem prüft der Magistrat den Bau einer Brücke über die Alte Werra.

Eschwege. Im Streit zwischen der Stadt und dem Kanu-Club um den Verlauf den geplanten Treidelpfades zeichnet sich eine Lösung ab: Ein Planungsbüro soll prüfen, ob der Weg so angepasst werden kann, dass er die sportlichen Interessen der Kanuten berücksichtigt, deren Gefährdung durch Radfahrer und Inlineskater minimiert und gleichzeitig den Plänen der Stadt für die Gestaltung der Torwiese Rechnung trägt. Das beschlossen die Stadtverordneten am Donnerstag gegen jeweils eine Stimme von Grünen und Linken.

Vorausgegangen war ein weiteres Gespräch zwischen Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie Mitgliedern des Vereins, das Bürgermeister Alexander Heppe als "absolut konstruktiv" bezeichnete.

Fraktionsübergreifender Konsens

Mit ihrem Votum folgten die Stadtverordneten einem Änderungsantrag von  CDU, FWG und FDP sowie der SPD. Der ursprüngliche Antrag der Linken sah vor, "zum jetzigen Zeitpunkt auf einen öffentlichen Fußweg über das Gelände zwischen Kanu-Club und Werra zu verzichten." Bei derartigen Problemen zeige sich, wie weit es mit der Wertschätzung der Stadt für die Arbeit der Vereine her sei, sagte Linken-Fraktionschef Bernhard Gassmann.

Während Grünen-Fraktionschef Lothar Dietrich denTreidelpfad rundherum ablehnte, forderte SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Feiertag einen Masterplan für die fußläufige Erschließung des Werraufers vom Stadtbahnhof bis zum Werratalsee, der auch die Alte Eisenbahnbrücke als möglichen Fußweg in die Werraaue miteinschließt.

Bau einer neuen "Werrabrücke" wird geprüft

Ebenfalls eine breite Mehrheit fand der Antrag, Möglichkeiten und Kosten für den Bau einer Brücke oder eines Stegs für Fußgänger über die Alte Werra zu prüfen. Dabei sollen die Pläne des Seniorenforums Eschwege Berücksichtigung finden und Fördermöglichkeiten ausgelotet werden. Der Antrag stammte ursprünglich von der Linken, die CDU eröffnete mit einem Änderungsantrag weitere Standorte für die geplante Brücke.

Die einzige Gegenstimme kam von Lothar Dietrich (Grüne). Er kritisierte: "Wir schieben in Eschwege zahlreiche dringendere Investitionen vor uns her."

Die Redner der übrigen Fraktionen hingegen hoben die Möglichkeit hervor, den Werratalsee samt Campingplatz durch diese  Verbindung näher an die Stadt zu bringen, das Werdchen und Brückenhausen aufzuwerten und einen zusätzlichen Fluchtweg für das Open-Flair-Gelände zu schaffen.

"Diese sanfte, nicht auf motorisierten Verkehr ausgerichtete Infrastruktur ist genau das, was wir brauchen, um Eschwege für Bürger und Touristen attraktiver zu machen", sagte Stefan Fiege (SPD).

Die Ergebnisse der Prüfung sollen im Bau- und Planungsausschuss vorgestellt werden.

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